Panorama

Kein deutlicher Anstieg Streeck sieht weiter keine zweite Welle

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Streeck sieht die Pandemie in Deutschland eher als Dauerwelle.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die steigenden Infektionszahlen versetzen das RKI und die Politik in Alarmbereitschaft. Der Bonner Experte Streeck sieht in der Entwicklung der Fallzahlen aber noch keinen Grund zur Panik. Man sei in einer auf- und wieder abschwingenden Dauerwelle.

Der Virologe Hendrik Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit weder einen deutlichen Anstieg der Zahlen noch eine sogenannte zweite Welle erkennen. "Tatsächlich ist der Begriff 'zweite Welle' kein epidemiologischer Begriff, sondern er entstand während der Spanischen Grippe, die nach einem ersten Infektionsschub im Herbst mit voller Wucht wiederkehrte", sagte der Bonner Wissenschaftler t-online.de.

Streeck hatte bereits Ende Juni erklärt, dass er nicht glaube, "dass wir eine zweite oder dritte Welle haben werden. Ich glaube, wir sind in einer kontinuierlichen Welle. Einer Dauerwelle, die immer wieder hoch und runtergeht", hatte er damals der FAS gesagt. Das Virus werde nicht verschwinden."Solang wir keinen Impfstoff haben, müssen wir es im Alltag integrieren."

Dies wiederholte er nun beinahe wortgleich: "Ich finde daher den Begriff der 'Dauerwelle' passender. Die Infektionen verschwinden ja nicht, sondern wir werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren", sagte er. Wie bei anderen Coronaviren auch, werde man immer im Sommer einen Rückgang der Infektionen sehen, im Frühjahr, Herbst und Winter eine Zunahme.

"Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt in einer zweiten Welle sind", sagte Streeck. "Von einigen plötzlichen Ausreißern abgesehen, gibt es gerade keinen deutlichen Anstieg, und einen Anstieg wie derzeit in Spanien sehe ich in Deutschland auch gerade nicht kommen."

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Er sehe weniger eine zweite Corona-Welle, als vielmehr eine dauerhafte Infektionswelle. Er möge den Begriff der zweiten Welle nicht, weil diese sehr schnell wieder abebben könne, sagte er im Deutschlandfunk. "Wir sind in einer Dauerwelle. Dieses Problem wird uns noch lange begleiten."

Jeder auch nur geringe Anstieg der Infektionszahlen müsse als Alarmsignal benutzt werden, um gegen die Verbreitung des Virus vorzugehen. Denn das Problem des Coronavirus sei die lange Inkubationszeit. Eindringlich rief Montgomery dazu auf, die Verhaltensregeln im Umgang mit dem Virus einzuhalten: Abstand wahren, Hände waschen, Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa