Panorama

Auch Zwangsarbeit in Europa Studie zählt 40 Millionen moderne Sklaven

imago78630783h.jpg

Vor allem in der Textilindustrie kommt es häufig zu Zwangsarbeit.

(Foto: imago/photothek)

Sie stellen unter Zwang Kleidung her und produzieren Lebensmittel: Menschenrechtler beklagen, dass im vergangenen Jahr weltweit Millionen Menschen praktisch versklavt waren. Betroffen sind vor allem Frauen und Minderjährige.

Mehr als 40 Millionen Menschen sind einer Schätzung von Menschenrechtsgruppen zufolge weltweit Opfer von Sklaverei. Die Schätzung sei noch zurückhaltend, heißt es in einer gemeinsamen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie der Hilfsorganisationen International Organization for Migration (IOM) und Walk Free Foundation. Insgesamt seien im vergangenen Jahr weltweit 40,3 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei gewesen.

"Ein Teil unserer Kleidung und unserer Nahrungsmittel wird von Zwangsarbeitern hergestellt, ebenso werden einige der Gebäude, in denen wir leben und arbeiten, von ihnen errichtet und gereinigt", heißt es in dem Bericht. Etwa 24,9 Millionen Menschen arbeiteten der Studie zufolge gegen ihren Willen in Fabriken, auf Baustellen, Farmen und Fischerbooten.

Zusätzlich erfasste die Studie 15,4 Millionen Menschen, die Opfer von Menschenhandel waren oder zwangsverheiratet wurden. Demnach sind drei Viertel aller Sklaven weltweit weiblich und ein Viertel minderjährig. "Da ein großer Teil der modernen Sklaverei in Zusammenhang mit Migration steht, ist eine bessere Migrationspolitik zum Schutz von Opfern und der Verhinderung von Zwangsarbeit von fundamentaler Bedeutung", heißt es in der Studie.

Am weitesten verbreitet sei die moderne Sklaverei in Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum. Aber auch in Europa gebe es nach Angaben der Studie über 3,6 Millionen Zwangsarbeiter. Die ILO und die Hilfsorganisation Walk Free erhoben für die Schätzung Daten in 48 Ländern und interviewten mehr als 71.000 Menschen.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

Mehr zum Thema