Panorama

Gefährlicher Mount Everest Suchtrupp findet vier Leichen in Lager 4

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Nepal hat in diesem Jahr insgesamt 375 Lizenzen an ausländische Touristen für die Besteigung des Everest vergeben.

(Foto: REUTERS)

Weitere Bergsteiger können die Naturgewalten des Mount Everest nicht bezwingen. Rettungskräfte finden vier Leichen in der sogenannten Todeszone. Es wird vermutet, dass die Toten bereits seit letztem Jahr auf dem Berg liegen könnten.

Neues Drama am Mount Everest: Unterhalb des Gipfels sind auf 7950 Metern Höhe die Leichen von vier Bergsteigern entdeckt worden. "Die Helfer fanden die Leichname in ihren Zelten im Lager 4, als sie eigentlich auf der Suche nach einem anderen Toten waren", sagte Gyaendra Shrestha, ein Mitarbeiter des Tourismusministeriums. Lager 4 liegt auf rund 7950 Metern und ist der letzte Zufluchtsort für Bergsteiger, bevor sie sich an den Aufstieg auf den Gipfel des Everest machen. Zunächst ging man im Ministerium davon aus, dass es sich um vier vermisste Bergsteiger handelte. Als diese jedoch später am selben Tag im Basislager auftauchten, änderte sich die Einschätzung: Die Toten könnten bereits seit 2016 im ewigen Eis nahe des Gipfels liegen.

Kapindra Rai von dem Ausschuss, der für die Sicherheit und Sauberkeit auf dem Berg zuständig ist, zeigte sich davon nicht überrascht: "Wegen des starken Schneefalls in so großer Höhe ändert sich das Gelände ständig", sagte er. "Dazu kommt der Sauerstoffmangel, der anstrengende Arbeit fast unmöglich macht. Es kann also durchaus sein, dass Tote erst sehr spät oder gar nicht gefunden werden."

Die schwierigen Bedingungen waren zuletzt auch Grund für eine Kontroverse unter den Bergsteigern, die vom Everest zurückkehrten. Mehrere von ihnen hatten behauptet, der berühmte Hillary Step, eine zwölf Meter hohe Felsformation kurz unter dem Gipfel und das letzte große Hindernis bei dessen Besteigung, sei kollabiert. Kurz darauf meldeten sich jedoch andere Bergsteiger zu Wort, die dem widersprachen. Die hohe Schneedecke und schlechte Sicht hätten es lediglich so aussehen lassen, als sei die berühmte Felsstufe verschwunden. Weder das Tourismusministerium noch der wichtigste Bergsteigerverband des Landes wollten dazu Stellung nehmen. Beide gaben an, man wolle zunächst weitere Zeugen anhören, bevor man sich offiziell zum Zustand des berühmten Felsen äußere. Insgesamt gab es in der diesjährigen Klettersaison am Everest bislang mindestens sechs Tote. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert von April bis Ende Mai, wenn die Wetterbedingungen am besten sind.

Ungewöhnlich kalte Wetterbedingungen

Allein am vergangenen Wochenende waren auf dem Mount Everest mindestens drei Bergsteiger ums Leben gekommen. Ein US-Bürger, ein Slowake und ein Australier starben auf dem höchsten Gipfel der Welt. Sie erlagen vermutlich der Höhenkrankheit. Zudem wurde nach dem Wochenende ein indischer Bergsteiger vermisst, sein Begleiter wurde bewusstlos aufgefunden.

Viele Bergsteiger hatten eine Wetterberuhigung genutzt, nachdem die Saison bislang von wechselhaftem, sehr windigem und ungewöhnlich kaltem Wetter geprägt war. Am Sonntag kam zumindest vom blinden Bergsteiger Andy Holzer eine gute Nachricht. Der Österreicher erreichte mit seinen zwei Begleitern Wolfgang Klocker und Klemens Bichler den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest.

"Die Emotionen überschlagen sich", schrieb Holzer. Nach seinen Angaben dauerte der Aufstieg rund zehn Stunden. Für Holzer war es der dritte Versuch, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Der blinde Bergsteiger bezwang nun alle "Seven Summits", die höchsten Gipfel der sieben Kontinente.

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Quelle: n-tv.de, teb/dpa/AFP

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