Panorama

Sechsfachmord in Rot am See Täter plante Mord an Mutter wohl längere Zeit

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in Rot am See liegen Blumen und Kerzen vor dem Tatort. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Der Sechsfachmord Ende Januar erschütterte ganz Deutschland.

(Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild)

Ende Januar tötet ein 26-Jähriger sechs Familienmitglieder in einer Gaststätte in Baden-Württemberg. Der Täter stellte sich der Polizei, die Gründe für den Mord bleiben aber lange unklar. Jetzt nennen Ermittler erstmals ein mögliches Motiv des Mannes.

Drei Monate nach dem Sechsfachmord von Rot am See ist Anklage gegen den 26-jährigen mutmaßlichen Täter erhoben worden. Dem Mann wird Mord in sechs Fällen sowie versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen mitteilte. Erstmals nannten die Ermittler auch ein mögliches Motiv. Demnach soll der Angeschuldigte längere Zeit geplant haben, seine Mutter und seine Halbschwester wegen angeblicher Misshandlung zu töten.

Der 26-Jährige soll Ende Januar in Rot am See im Landkreis Schwäbisch Hall seine Eltern, seinen Halbbruder, seine Halbschwester, seine Tante und seinen Onkel erschossen haben. Die Getöteten waren 36 bis 69 Jahre alt. Zwei weitere Familienangehörige wurden verletzt. Der Anklage zufolge feuerte der mutmaßliche Täter insgesamt 30 Schüsse ab. Er gestand die Taten.

Krankhafte Störung nicht ausgeschlossen

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angeschuldigte vor der Tat in einen Schützenverein eingetreten und legal eine Pistole vom Kaliber neun Millimeter gekauft haben. Am 24. Januar traf die Familie anlässlich einer Beerdigung in Rot am See zusammen, wo der mutmaßliche Täter mit seinem von der Mutter getrennten Vater wohnte.

Bei der Zusammenkunft soll der Angeschuldigte im Treppenhaus zunächst mehrere Schüsse auf seine Mutter abgegeben und seinen Vater erschossen haben. Seine schwer verletzte Mutter soll er später gezielt mit einem Kopfschuss getötet haben. Er traf weitere Angehörige tödlich oder verletzte diese schwer.

Der 26-Jährige ist bisher strafrechtlich noch nicht vorbelastet. Er gestand die Taten in zwei Vernehmungen. Im Prozess soll ein psychiatrischer Sachverständiger ein Gutachten vorlegen. Möglicherweise liege bei dem Angeschuldigten eine krankhafte seelische Störung beziehungsweise eine paranoide Schizophrenie vor, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP