Panorama

Stromausfall in Vietnam Taifun "Noru" sorgt für Zerstörung in Südostasien

317417093.jpg

"Noru" zog zuvor bereits über die Philippinen hinweg.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Heftiger Regen, Stromausfälle, Zerstörung und zahlreiche Tote - so lautet die bisherige Bilanz von Taifun "Noru" auf den Philippinen, in Kambodscha und Vietnam. Meteorologen rechnen weiter mit schweren Niederschlägen, die Erdrutsche auslösen können.

Der Taifun "Noru" hat in den Küstengebieten von Vietnam und am Mekong River im Nachbarland Kambodscha schwere Überschwemmungen und Schäden verursacht. Der Tropensturm fegte seit der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) mit starken Winden und heftigem Regen über die Zentralregionen Vietnams. In mehreren Provinzen fiel der Strom aus. Bäume und Strommasten knickten um, Dächer wurden abgedeckt und Tausende Häuser beschädigt. Den Behörden zufolge wurden in Vietnam zunächst keine Todesopfer gemeldet. In Kambodscha seien hingegen 16 Menschen im Hochwasser ertrunken, teilte der Katastrophenschutz mit. Meteorologen rechneten in der Region weiter mit schweren Niederschlägen und warnten vor Sturzfluten und Erdrutschen.

Jedoch wütete "Noru" weniger stark als befürchtet: Die Windgeschwindigkeit betrug laut der nationalen Meteorologiebehörde bis zu 133 Kilometer pro Stunde, als der Sturm auf die Küste Vietnams traf. Danach schwächte sich der Taifun auf Spitzengeschwindigkeiten von 117 Kilometern pro Stunde ab.

Die Behörden hatten am Dienstag vorsorglich Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht und zehn Flughäfen geschlossen. Die nationale Fluggesellschaft Vietnam Airlines strich 148 Flüge, betroffen waren 14.000 Passagiere. Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Zehntausende Fischer wurden im Vorfeld an Land beordert. Hintergrund: Beim Sturm "Chanchu", einem der schlimmsten Taifune der vergangenen Jahrzehnte, waren 2006 rund 20 Fischer tot aus dem Ozean geborgen worden. Mehr als 200 wurden nie gefunden.

UNESCO-Weltkulturerbe bedroht

Besonders von "Noru" betroffen waren die Großstadt Da Nang sowie die Küstenprovinzen Thua Thien-Hue, Quang Nam and Quang Ngai. Der bei Touristen aus aller Welt beliebte Ort Hoi An, dessen malerische Altstadt seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, stand größtenteils unter Wasser. Einst war Hoi An einer der wichtigsten Häfen an der alten Seidenstraße. Bis heute zeugen viele historische Gebäude von dieser Zeit. Wie schwer die Schäden sind, war noch unklar.

Der Sturm sei absolut angsteinflößend gewesen, sagte der Anwohner Nguyen Van Long, der nur 200 Meter vom Meer entfernt lebt, der Zeitung "VnExpress". "Metalldächer wurden fortgerissen, obwohl sie mit Sandsäcken beschwert waren. Ich wäre von den Winden weggeweht worden, wäre ich nach draußen gegangen."

Der Sturm war in westlicher Richtung unterwegs. Am Vormittag habe er sich über Laos zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt, hieß es. "Noru" war zuvor über die Philippinen gezogen und dort zeitweise als "Supertaifun" eingestuft worden. Die Böen erreichten in dem Inselstaat Spitzengeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde. Mindestens acht Menschen starben.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen