Panorama

A45 bei Siegen gesperrt Talbrücke Eisern lehrbuchmäßig gesprengt

Ein Beton-Koloss rauscht zu Tal, Menschen auf Campingstühlen verfolgen das Spektakel. Dabei leisten die Sprengmeister der Talbrücke Eisern Präzisionsarbeit, der Verkehr auf der Autobahn 45 muss schließlich weiterlaufen. Deshalb wird erst die eine Hälfte der Brücke gesprengt, dann die andere.

Im Siegerland ist eine Hälfte der maroden Autobahn-Talbrücke Eisern gesprengt worden. Der Abbruch des mehr als 12.000 Tonnen schweren Beton-Kolosses verlief nach Angaben eines Sprechers des Landesbetriebs Straßen.NRW ohne Probleme. Von Mitternacht bis zum Sonntagnachmittag war die A45 bei Siegen gesperrt.

Der Ausbau der A45 auf sechs Fahrstreifen gehört zu den größten Straßenbauprojekten in NRW. Auf der zentralen Strecke vom Ruhrgebiet durch das Sauerland bis nach Hessen müssen 38 große Talbrücken erneuert werden, erste Baumaßnahmen laufen bereits. Hunderte Schaulustige verfolgten das Spektakel - teils von einem Berghang aus mit Campingstühlen, Kind und Kegel. Damit die Brücke aus bis zu 50 Metern Höhe im Ganzen zur Seite ins Tal kippt, seien an allen fünf Pfeilern zeitgleich insgesamt über 60 Kilogramm Sprengstoff gezündet worden, um die Statik zu zerstören. Dafür seien 500 Zünder verwendet worden, sagte der bei Straßen.NRW für die A45 zuständige Koordinator, Karl-Josef Fischer, in Düsseldorf. Um die andere Hälfte auf keinen Fall zu beschädigen, sollte die Brücke nicht - wie bei Sprengungen oft gesehen - in sich zusammenfallen.

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Sprengung der Nordhälfte erfolgreich beendet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Richtungsfahrbahnen Dortmund und Frankfurt liegen jeweils auf separaten Brücken. Zu Fall gebracht wurde nur die 327 Meter lange Nordhälfte. Bis zur Fertigstellung einer neuen Brückenhälfte wird der Verkehr auf den verbliebenen Fahrbahnen in beide Richtungen geführt. Danach soll die andere Hälfte gesprengt werden. Das gesamte neue Bauwerk soll Ende 2024 fertig sein.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hatten zuvor Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU und seine Amtskollegen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt die Bauarbeiten für den Lückenschluss der Autobahn 14 bei Wittenberge gestartet. Für die elf Kilometer lange Strecke mit Kosten in Höhe von 305 Millionen Euro soll auch eine Brücke über die Elbe geschlagen werden. "Die A14 ist eines der größten Infrastrukturprojekte im Osten Deutschlands", sagte Scheuer. "Die neue Elbbrücke verbindet Brandenburg und Sachsen-Anhalt - und wird zugleich ein neues Wahrzeichen für die Stadt Wittenberge."

Quelle: ntv.de, mau/dpa