Panorama

Plünderung im Bamiyan-Tal Taliban rauben buddhistische Artefakte

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Die beiden großen Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal wurden 2001 von den Taliban gesprengt.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Anfang 2001 sprengen die Taliban die berühmten Buddha-Statuen im Tal von Bamiyan. Nun sind die Radikalislamisten offenbar zurück, um zu plündern. Laut Archäologen haben Kämpfer der Miliz wertvolle Fundstücke gestohlen und verkauft.

Kämpfer der Taliban haben Berichten zufolge historische Kunstschätze aus einem Museum im afghanischen Bamiyan-Tal entwendet und verkauft. Das berichtet der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf Radio Azadi. Demnach habe der afghanische Archäologe Zamaryali Tarzi dem Sender von der Plünderung berichtet. Der Forscher leitet Ausgrabungen eines französischen Teams in Bamiyan.

Nach Angaben von Archäologen aus Japan sollen die Islamisten Buddha-Köpfe und andere historische Fundstücke aus den Lagerräumen der Restauratoren gestohlen haben, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Das Bamiyan-Tal ist berühmt für seine riesigen, in Fels gehauenen Buddha-Statuen aus dem sechsten Jahrhundert. Im März 2001 wurden die zwei größten bisher gefundenen Buddha-Figuren von den Taliban als unislamische "Götzenbilder" gesprengt. Gleichzeitig zerstörte die Miliz auch fast alle buddhistischen Artefakte im Museum von Kabul. Japan, Frankreich und andere Länder hatten seit 2002 die Anlage in Bamiyan gesichert und versucht, Teile der Statuen zu rekonstruieren. Das Bamiyan-Tal ist seit 2003 Weltkulturerbe der Unesco.

Die Statuen von Bamiyan sind Zeugnisse der buddhistischen Vergangenheit Afghanistans. Mehr als 1000 Jahre lang war der Buddhismus die vorherrschende Religion in der Region, ehe sich im 9. Jahrhundert nach Christus der Islam in weiten Teilen Afghanistans durchsetzte. Mönche, die die Karawanen auf der Seidenstraße begleiteten, hatten die Lehre Buddhas seit dem 3. Jahrhundert vor Christus im Bamiyan-Tal verbreitet. Von dort drang die Religion weiter nach Zentralasien und China vor.

Als die beiden Statuen entstanden, galt das Bamiyan-Tal als Karawanen-Rastplatz und Hochburg des Buddhismus. Erst 11. Jahrhundert drang der Islam in das Hochtal vor. Später wurden die Statuen immer wieder von religiösen Eiferern beschädigt.

Quelle: ntv.de, jpe

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