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Grausame Strafe Taliban steinigen afghanische Frau

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Die Dunkelziffer für die grausame Bestrafung von Frauen in Afghanistan dürfte weitaus höher liegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen einer unerlaubten Liebesbeziehung steinigen die Taliban eine afghanische Frau zu Tode - ihr Liebhaber kommt mit dem Leben davon.

Die islamistischen Taliban haben in der nordafghanischen Provinz Badachschan eine Frau wegen einer unerlaubten Liebesbeziehung zu Tode gesteinigt. Das sagte die Leiterin der Abteilung für Frauenangelegenheiten in der Provinz, Sufnun Natik. Der Mann sei ausgepeitscht worden. In Badachschan war bis 2012 auch die Bundeswehr stationiert.

Das Paar sei schon am Mittwoch im Bezirk Wadudsch bestraft worden, sagte Natik. Es sei schon der achte Fall seit vergangenem März, in dem die Taliban eine Frau wegen vermeintlich unmoralischen Verhaltens getötet hätten.

Andere Fälle werden seit Monaten auch aus anderen Landesteilen berichtet. Darunter waren Steinigungen, öffentliche Prügel und Exekutionen durch den Strang oder die Kugel. 2016 dokumentierten die UN 41 solcher Bestrafungen. 38 Menschen starben. Die eigentliche Zahl sei vermutlich höher, gibt die UN zu bedenken.

In den 90er Jahren – unter der Herrschaft der Taliban – war es Frauen in Afghanistan nicht erlaubt, das Haus ohne männliche Begleitung zu verlassen. Außerdem wurden sie gezwungen, eine Burka zu tragen, die Gesicht und Körper verschleiert. Der ehemalige Präsident Hamid Karzai hatte schließlich 2009 ein Gesetz unterzeichnet, das Frauen nach Ansicht von Menschenrechtlern noch schlechter dastehen lässt als unter den Taliban. In Artikel 132 heißt es zum Beispiel: "Die Frau ist verpflichtet, den sexuellen Bedürfnissen ihres Mannes jederzeit nachzukommen."

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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