Panorama

Nach Bluttat in Potsdam Tatverdächtige in Psychiatrie eingewiesen

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Die Spurensicherung am Tatort: die Potsdamer Behinderteneinrichtung Oberlinhaus.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Nach dem Tod von vier Pflegeheimbewohnern in Potsdam sind die Motive der mutmaßlichen Täterin unklar. Die Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl wegen Totschlags und nicht wegen Mordes. Nun ist die Frau in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Nach dem vierfachen Tötungsdelikt in einer Behinderteneinrichtung in Potsdam ist die 51-jährige Verdächtige in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in der brandenburgischen Hauptstadt nach der Vorführung beim Haftrichter. Es gebe bei der Frau "entsprechende Hinweise" auf eine psychiatrische Erkrankung. Zuvor hatten die Ermittler einen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt. "Mordmerkmale liegen nicht vor", sagte die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Hanna Urban.

Die Sprecherin der Ermittlungsbehörde wollte allerdings keine näheren Angaben machen, warum die Staatsanwaltschaft keine Mordmerkmale sieht. Ebenfalls keine Angaben machten die Ermittler dazu, ob und in welcher Form sich die Tatverdächtige einließ. Auch das Motiv für die Gewalttat bleibt weiterhin unklar.

Ehemann rief die Polizei

Die Frau soll am Mittwochabend in dem für Menschen mit verschiedenen Behinderungen gedachten Heim vier Bewohner getötet haben. Ein weiterer Bewohner wurde schwer verletzt. Ob Lebensgefahr bestand, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die vier Todesopfer waren nach Angaben des Oberlinhauses langjährige Bewohner in der diakonischen Einrichtung. Zwei von ihnen hätten dort seit ihrer Kindheit gelebt, sagte Tina Mäueler, Bereichsleiterin Wohnen in den Oberlin Lebenswelten. Weitere Angaben zum Hergang der Tat machte der Theologische Vorstand des Oberlinhauses, Matthias Fichtmüller, unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung handelt es sich bei der Verdächtigen um eine Pflegehelferin. Mit Verweis auf Ermittlerkreise berichtet die Zeitung, die Frau sei nach der Tat nach Hause gefahren und habe ihrem Mann davon erzählt. Der habe dann die Polizei verständigt. Den Opfern soll sie - so der Bericht - die Kehle durchgeschnitten haben. Während Polizisten zur Klinik eilten, suchten Ermittler der Mordkommission die Frau zu Hause auf, hieß es weiter. Anschließend seien sie gemeinsam mit der Verdächtigen zum Tatort nach Babelsberg gefahren. Erst danach kam die Tatverdächtige in Gewahrsam. Parallel begannen demnach die Arbeiten der Spurensicherung.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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