Panorama

Vierfachmord in Potsdam Oberlinhaus von Bluttat zutiefst erschüttert

In einer Wohneinrichtung für Behinderte in Potsdam werden vier Menschen getötet. Dringend tatverdächtig ist eine Mitarbeiterin. Die Leitung des betroffenen Oberlinhauses steht Stunden danach noch unter Schock.

Das Potsdamer Oberlinhaus hat mit Erschütterung auf die Bluttat in einer seiner Wohneinrichtungen für Behinderte reagiert. Matthias Fichtmüller, der theologische Vorstand des Oberlinhauses, sagte in einer ersten Stellungnahme nach den Ereignissen der vergangenen Nacht, die Nachrichten "haben den Mitarbeitenden buchstäblich die Beine weggerissen". Bisher komme man überhaupt noch nicht zum Trauern. "Dazu ist noch gar keine Zeit."

Fichtmüller beschrieb das Thusnelda-von-Saldern-Haus als Heimat schwer körperlich beeinträchtigter Menschen. Deshalb handele es sich um eine "innerfamiliäre Erschütterung", mit der man nun umgehen müsse. Man konzentriere sich jetzt zunächst auf Bewohner und Mitarbeitende. Auch der Alltag, in dem viele der dort lebenden Menschen auf Assistenztätigkeiten angewiesen seien, müsse weitergehen. Wer unter dem Eindruck der Ereignisse heute nicht arbeiten könne, müsse dies aber nicht.

Der Vorstand kündigte für den Abend eine spontane Gedenkandacht an, die Trauerfeier mit einem Gedenkgottesdienst für die vier Toten soll dann in zwei Wochen stattfinden. Nach Angaben der Bereichsleiterin Wohnen, Tina Mäueler, handelte es sich bei zwei Opfern um Menschen, die bereits als Kinder in die Einrichtung gekommen waren und viele Jahre dort lebten. Zu den konkreten Ereignissen und einem möglichen Motiv der Mitarbeiterin wollte sich die Einrichtung nicht äußern.

Unverständlicher Messerangriff

Auch die Polizei kann bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv der als dringend tatverdächtig Festgenommenen machen. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, sich im Tagesverlauf näher äußern zu wollen. Die Polizei war am späten Mittwochabend alarmiert worden. In verschiedenen Zimmern des Thusnelda-von-Saldern-Hauses entdeckten die Beamten dann nach eigenen Angaben insgesamt vier Menschen mit tödlichen Verletzungen.

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Neben den vier Getöteten sei ein schwer verletztes Opfer gefunden worden. Ob Lebensgefahr besteht, ist derzeit unklar. Die Verletzungen aller Opfer seien auf schwere äußere Gewaltanwendung zurückzuführen. Nach Berichten verschiedener lokaler Medien soll ein Messer die Tatwaffe gewesen sein.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich schockiert über den Vierfachmord. "Meine Gedanken gelten den Opfern und meine Anteilnahme den Angehörigen", erklärte Woidke über die Brandenburger Staatskanzlei. "Es ist ein schwerer Tag für Brandenburg."

Quelle: ntv.de, sba

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