Panorama

Drei der Todesopfer aus HannoverTatverdächtiger von Stade soll sein Kind misshandelt haben

30.06.2026, 18:51 Uhr
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In einer Einrichtung der Jugendhilfe in Stade werden sechs Mitarbeiter erschossen. Der festgenommene 45-jährige Türke soll zuvor sein Kind misshandelt haben. Drei der Todesopfer kommen aus dem Raum Hannover.

Einen Tag nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade richten die Ermittler eine Mordkommission ein. Wegen des Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens sollen die Ermittlungen in Kürze von der sogenannten MoKo übernommen werden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.

Bei der Gewalttat am Montag waren vier Frauen und zwei Männer getötet worden. Nach Behördenangaben handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und einen Mann aus dem Raum Hannover, die als Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover in der Stader Jugendhilfeeinrichtung waren. Getötet wurden zudem zwei Frauen und ein Mann, die als Mitarbeitende der Stader Jugendhilfeeinrichtung vor Ort waren.

Der 45 Jahre alte Tatverdächtige ist in Polizeigewahrsam. Das Amtsgericht Stade erließ am Abend Haftbefehl gegen den Mann aus Garbsen bei Hannover. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord, hieß es in einer Mitteilung. Berichte, nach denen der 45-Jährige Mitglied eines Clans sein soll, bestätigten die Ermittler nicht. "Wir haben derzeit keine Hinweise dafür, dass eine Clanzugehörigkeit besteht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Der Mann ist laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol "bisher nicht als absolut gewalttätig" aufgefallen, er sei allerdings polizeilich bekannt. Nach Informationen des "Spiegel" sei bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung gegen ihn gelaufen. Dem Magazin zufolge soll der 45-Jährige sein Kind in der Vergangenheit geschüttelt haben. Das Kind sei von einem Arzt behandelt worden, der entsprechende Verletzungen des Kindes festgestellt haben soll. Die Mutter des Kindes soll zu dem Zeitpunkt von dem Tatverdächtigen bereits getrennt gewesen sein.

Die Polizei hatte den tatverdächtigen Türken kurz nach der Tat festgenommen. Er versuchte mit einem Auto zu fliehen, das eine 65-Jährige fuhr. Beamte schossen auf die Reifen des Wagens. Nach derzeitigem Erkenntnisstand hat die Frau eine enge Verbindung zur Familie des Tatverdächtigen. Auch sie wurde nach Behördenangaben von der Polizei vernommen und befindet sich weiter in Polizeigewahrsam. Die 34-jährige Mutter des Kindes und deren drei Monate alte Tochter – das Kind des Tatverdächtigen – blieben bei der Tat unverletzt. Die Polizei befragte die Frau, das Baby wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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