Panorama

Angst vor Gewalt in Myanmar Tausende Flüchtlinge wollen nach Thailand

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Die Menschen in Myanmar verstecken sich vor den Luftangriffen des Militärs im Wald.

(Foto: picture alliance/dpa/Free Burma Rangers/AP)

Das Militär in Myanmar geht mit brutaler Härte gegen Demonstranten vor, Hunderte sind bereits ums Leben gekommen. Die aussichtslose Lage im Land scheint viele Bewohner zur Flucht zu bewegen. Das benachbarte Thailand bereitet schon Flüchtlingsunterkünfte vor - bis zu 20.000 Menschen könnten kommen.

Angesichts des brutalen Vorgehens der Militärjunta in Myanmar gegen Demonstranten bereitet sich das benachbarte Thailand auf eine große Zahl von Flüchtlingen vor. "Wir wollen keinen Exodus in unser Staatsgebiet, aber gleichzeitig müssen wir auch die Menschenrechte beachten", sagte Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha. Man sei sich der Lage in Myanmar bewusst und stelle Überlegungen an. Diese wolle man aber zunächst intern halten. Die örtlichen Behörden werden demnach Areale zur Unterbringung von Flüchtlingen vorbereiten.

Details dazu wollte Prayut aber nicht nennen. "Wo sie hingehen werden, wie viele es sein werden: Darüber werden wir später sprechen", sagte er. Prayut selbst ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Am Sonntag hatte Gouverneur Sittichai Jindaluang die Zahl der Geflüchteten in seiner Grenzprovinz Mae Hong Son auf rund 2200 beziffert. Nach Informationen der Caritas Thailand haben bereits 3.000 Flüchtlinge aus Myanmar die Grenze Richtung Thailand überschritten. Außerdem würden 5.000 weitere Menschen aktuell auf Einlass nach Thailand warten. Insgesamt müsse man mit 20.000 Flüchtlingen in den nächsten Tagen rechnen.

In Myanmar hatte die Militärgewalt bei landesweiten Protesten mit mehr als 100 Toten am Wochenende einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Vereinten Nationen bezeichneten den Samstag als den "blutigsten Tag" seit dem Militärputsch vom 1. Februar. Das Nachrichtenportal Myanmar Now berichtete unter Berufung auf Angehörige, Anwohner und Hilfsorganisationen, dass am Wochenende mindestens 169 Menschen getötet wurden, mehr als 114 Menschen davon allein am Samstag. Unter den Opfern waren demnach mehr als ein Dutzend Minderjährige.

Auch am Montag protestierten Tausende gegen die Junta, darunter auch in der früher als Rangun bekannten Hauptstadt Yangon. Örtlichen Berichten zufolge gingen Einsatzkräfte mit Gewehren und Granaten gegen Demonstranten vor. Dabei sollen mehrere Menschen getötet und weitere verletzt worden sein. Das Militär hatte gegen die de-facto Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung ihrer Regierung.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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