Politik

"Massenmord" in Myanmar UN-Beauftragter: Welt muss nun eingreifen

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Seit dem Militär-Putsch vor zwei Monaten kommt es immer wieder zu Protesten in Myanmar.

(Foto: AP)

Mehr als 100 Menschen werden bei den jüngsten Protesten in Myanmar getötet. Der UN-Sonderberichterstatter spricht von einem Massenmord in dem Land. Er fordert die Welt auf, der Militärjunta den Geldhahn abzudrehen. Westliche Länder teilen die Kritik - andere hingegen nicht.

Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, hat das Vorgehen der Militärjunta in dem Land als "Massenmord" bezeichnet. Es sei an der Zeit für die Welt, einzugreifen - wenn nicht durch den Sicherheitsrat, dann durch ein internationales Gipfeltreffen zu Myanmar, teilte Andrews mit. Man könne die Öl- und Gaszahlungen und damit die Finanzströme an das Militär in dem Land einstellen oder den Zugang des Militärs zu Waffen stoppen. Verurteilende oder besorgte Äußerungen seien wenig tröstlich für die Menschen in Myanmar, gegen die das Militär Massenmord verübe, mahnte Andrews. Worte reichten nicht aus, es sei nun höchste Zeit für ein robustes und koordiniertes Handeln.

Am Samstag war es beim gewaltsamen Vorgehen des Militärregimes in Myanmar gegen die Straßenproteste zur bisher blutigsten Eskalation seit dem Putsch vor knapp zwei Monaten gekommen. Medienberichten und Augenzeugen zufolge schossen Sicherheitskräfte am Samstag erneut in mehreren Städten des Landes auf demonstrierende Regimegegner und töteten dabei mindestens 114 Menschen, darunter auch Kinder.

Allein in Mandalay im Zentrum des Landes seien mindestens 40 Personen ums Leben gekommen, darunter ein 13-jähriges Mädchen, berichtete das Nachrichtenportal Myanmar Now. In der Wirtschaftsmetropole Yangon seien mindestens 27 Menschen getötet worden. Dennoch hat die Opposition für Sonntag weitere Proteste angekündigt.

Kritik und Unterstützung

Westliche Länder haben das Vorgehen des Militärs in Myanmar scharf verurteilt. Auch die Militärchefs einer Reihe westlicher Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung die Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Myanmar scharf verurteilt. "Ein professionelles Militär hält sich an internationale Verhaltensstandards und ist dafür verantwortlich, die Menschen, denen es dient, zu beschützen, und nicht, ihnen zu schaden." Die Erklärung wurde von Mark Milley, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs der USA, und seinen Kollegen aus Australien, Kanada, Deutschland, Griechenland, Italien, Japan, Dänemark, den Niederlanden, Neuseeland, Südkorea und Großbritannien unterzeichnet.

Doch das Militär in Myanmar hat weiterhin Unterstützer in Russland und China, Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat. Diplomatische Vertreter aus acht Ländern - Russland, China, Indien, Pakistan, Bangladesh, Vietnam, Laos und Thailand - hatten am Samstag einer Militärparade in der Hauptstadt Naypyitaw beigewohnt.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa

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