Panorama

Tod nach Badeausflug Teenager stirbt durch "hirnfressende Amöbe"

Eine 18-Jährige kentert bei einer Rafting-Tour und infiziert sich mit einem Parasiten. Die Amöbe namens "Naegleria fowleri" gelangt durch die Nase des Mädchens in den Organismus – und frisst sich bis zu ihrem Hirn. Jetzt ist das Mädchen tot.

"Naegleria fowleri"

Naegleria fowleri erzeugt die eitrige Hirnhautentzündung PAME (Primäre Amöben-Meningoenzephalitis), vorwiegend bei Kindern und jungen Erwachsenen. 3 bis 7, spätestens 14 Tage nach einer Infektion kann PAME plötzlich ausbrechen. Nach massivem Auftreten von Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Nackensteifheit kommt es zu einer pyogenen Meningoenzephalitis, gefolgt von Koma und dem Tod innerhalb einer Woche.

Lauren Seitz hatte offenbar extremes Pech. Die 18-Jährige aus Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) starb an den Folgen einer tödlichen Infektion im Gehirn - ausgelöst durch einen Parasiten.

Die junge US-Amerikanerin hatte an einem Rafting-Ausflug ihrer Kirche teilgenommen und war in einem Natur-Wasserpark mit dem Boot gekentert und ins Wasser gefallen. Dabei drang kontaminiertes Wasser in ihre Nase, wodurch sie sich mit der Amöbe Naegleria fowleri infizierte. Der Einzeller gelangt unbemerkt durch die Nase in den Organismus eines Menschen und beginnt dort sein zerstörerisches Werk, indem er sich durch die Schleimhäute bis ins Gehirn frisst und dort die Gehirnmasse zersetzt.

Ärzte des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hatten bei der Untersuchung der jungen Frau entdeckt, dass eine Infektion der Zerebrospinalflüssigkeit mit der Amöbe vorlag. Das Mädchen verstarb am vergangenen Sonntag, wie der Betreiber des Wasserparks "US National Whitewater Center" in einem offiziellen Statement bekannt gab.

Wer die Amöbe schluckt, hat nichts zu befürchten

"Naegleria fowleri" kommt vor allem in Australien und den USA vor und lebt bevorzugt in warmen Süßwässern. Am häufigsten infizieren sich Menschen in Badeseen und Flüssen mit dem Parasiten. In einzelnen Fällen haben sich Menschen auch durch Leitungswasser infiziert.

Die Infektionen treten vor allem in den warmen Sommermonaten auf, sind jedoch nicht ansteckend. Allerdings ist die Sterberate mit 97 Prozent äußerst hoch. Zwar wurden in Deutschland bislang keine Infektionen mit der gehirnfressenden Amöbe verzeichnet, doch den USA wurden seit 1963 insgesamt 138 Infektionen registriert - von den Betroffenen überlebten nur drei.

Wer die Amöbe schluckt, hat nichts zu befürchten, wie CDC mitteilt. Gelangt der Parasit allerdings in die Nase, kann er sich ins Gehirn fressen und dort die Hirnhautentzündung auslösen.

Wird ein Befall mit dem Einzeller nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, wütet Naegleria fowleri so lange weiter, bis das Gehirn geschädigt ist und es zu fatalen Entzündungen und Zelltod kommt. Um die Gefahr zu minimieren, sollte man vor allem flache, stehende Gewässer in den warmen Sommermonaten meiden. Wichtig ist zudem, dass möglichst wenig Wasser in die Nase gelangt, da die Infektion nur so ausgelöst wird.

Das Gewässer, in dem sich Lauren Seitz den tödlichen Parasiten zuzog, wird nun untersucht. Es gehört zu einem Freizeitzentrum, in dem auch Profisportler trainieren.

Quelle: n-tv.de, dsi

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