Panorama

Anschlag als Zeitgeschichte Terror-Laster könnte im Museum landen

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Kein schöner Anblick, aber Teil der deutschen Geschichte: Der Lkw, mit dem auf dem Berliner Breitscheidplatz elf Menschen getötet wurden.

(Foto: picture alliance / Britta Peders)

Das Haus der Geschichte in Bonn will die deutsche Zeitgeschichte umfassend darstellen. Dazu gehört auch der islamistische Terror. In welcher Form dieser in die Sammlung integriert werden kann, darauf sucht das Museum nun eine Antwort.

Das Haus der Geschichte in Bonn erwägt, den Lastwagen des Terroranschlags von Berlin teilweise in seine Sammlung aufzunehmen - eine Entscheidung darüber ist allerdings noch nicht gefallen. "Es ist noch zu früh, um darauf eine abschließende Antwort geben zu können", sagte Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, der Nachrichtenagentur dpa. Um hier die richtige Entscheidung zu treffen, bedürfe es eines zeitlichen Abstands zu der Tat. Der ganze Lastwagen wäre wohl auch zu groß. "Eher müsste man an ein bestimmtes Teil denken", sagte Hütter.

Auf keinen Fall dürfe das Geschehen später nur aus Sicht des Täters dargestellt werden, so Hütter. "Aber wenn ein Thema von gesellschaftlicher Relevanz ist, und das ist in diesem Fall ja in der Tat so, dann gehört es zu unserer Geschichte, ob wir das wollen oder nicht." Bei dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt waren am 19. Dezember zwölf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden.

Laut Hütter zeigt das Haus der Geschichte bereits mehrere Objekte zu Links- und Rechtsterrorismus in Deutschland, darunter die Abschusseinrichtung mit der die RAF einst die Bundesanwaltschaft mit Raketen angriff und die Kölner Nagelbombe der Neonazi-Zelle NSU. "In welcher Form der in Deutschland angekommene IS-Terror in die Sammlung integriert wird, ist noch zu diskutieren", sagte Hütter.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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