Panorama

Nach geglückter RettungThailändische Jungs bleiben in Quarantäne

10.07.2018, 21:48 Uhr
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Das Rettungsgerät aus der Tham Luang-Höhle wird weggeschafft. (Foto: REUTERS)

Die Retter machen das Unmögliche möglich und befreien das thailändische Kinder-Fußballteam aus der Höhle. Jetzt werden die Jungen streng abgeschirmt behandelt. Deshalb müssen sie auch eine verlockende Einladung absagen.

Die ganze Welt hat Anteil an ihrem Schicksal genommen - jetzt sind die in einer überschwemmten Höhle eingeschlossenen thailändischen Jungen und ihr Fußballtrainer allesamt gerettet. Nach einer dreitägigen dramatischen Rettungsaktion wurden im Norden Thailands die letzten der 13 Eingeschlossenen von Rettungskräften aus der Tham-Luang-Höhle ins Freie begleitet.

Die Geretteten befinden sich zur Beobachtung im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai. Dort müssen die Jungen auch noch eine Woche lang bleiben. Die Kinder liegen in Einzelzimmern und werden von der Polizei streng bewacht. Auch die Eltern dürfen erst nach und nach zu ihnen. Bislang ist aber kein direkter Kontakt erlaubt. Aus Angst vor Infekten - weil das Immunsystem geschwächt ist - dürfen Väter und Mütter mit ihren Söhnen nur durch eine Glasscheibe kommunizieren.

Unklar ist noch, wie sich die Zeit in der Höhle auf den Gesundheitszustand der Geretteten auswirken würde. Experten zufolge könnte das Trinken kontaminierten Wassers oder der Kontakt mit Fledermauskot zu Infektionen führen. Die Geretteten sollten in Quarantäne bleiben, bis Infektionen ausgeschlossen sind.

WM-Einladung abgesagt

Die Kinder müssen nach über zwei Wochen Dunkelheit jetzt Sonnenbrillen tragen - zum Schutz vor dem Tageslicht. Größer ist die Sorge, dass ihre Psyche angeschlagen ist. Bislang verschweigt man ihnen auch, was für ein riesiges Interesse es rund um die Welt an ihrem Schicksal gibt. Inzwischen sind jede Menge Einladungen eingetroffen, über die sich auch andere fußballbegeisterte Kinder freuen würden.

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Die Menschen bejubeln die Rettung der "Wildschweine". (Foto: AP)

Eine Einladung zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag können die Kinder nicht annehmen: Die Fifa sei darüber informiert worden, dass die Jungen aus medizinischen Gründen nicht zum Endspiel nach Moskau reisen könnten, sagte ein Sprecher des Weltfußballverbands. Fifa-Chef Gianni Infantino hatte die Hobby-Fußballer eingeladen. Auch der Premier-League-Club Manchester United will die "Wildschweine" im Stadion Old Trafford willkommen heißen. Vom AS Rom kam ebenfalls Jubel. "Die beste Fußball-Nachricht des Sommers", schrieben die Italiener nach Thailand.

Am Sonntag hatte die Rettungsaktion begonnen, am Dienstag hatten die Angehörigen endlich Gewissheit: Alle zwölf Jungen und ihr Trainer wurden aus der Höhle befreit, wie die thailändischen Sicherheitskräfte mitteilten. Sie seien alle "in Sicherheit". Auch vier zunächst in der Höhle verbliebene Marinetaucher, darunter ein Arzt, gelangten am Abend schließlich ins Freie zurück, wie der Leiter des Rettungseinsatzes, Narongsak Osottanakorn, sagte.

"Null Sicht"

Die zwölf Jungen und ihr Trainer hatten 18 Tage in der Höhle ausgeharrt. Seit Sonntag wurden sie in zwei Vierer- und einer Fünfergruppe geborgen. Wegen aufziehenden Regens wollten die Helfer den Einsatz am Dienstag abschließen: Der Regen hätte die Höhle weiter überfluten können.

Auch ohne den drohenden erneuten Regen war die Rettungsaktion äußerst kompliziert und risikoreich. Die zwischen elf und 16 Jahre alten Jungen mussten sich vier Kilometer weit durch enge, unter Wasser stehende Tunnel zwängen. Ein professioneller Taucher und freiwilliger Helfer sprach im Sender BBC von "extrem gefährlichen" Bedingungen bei "null Sicht". Die meisten Jungen konnten nicht schwimmen, keiner von ihnen hatte Taucherfahrung. Eine Sorge war, dass sie in Panik geraten könnten.

Wie Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha mitteilte, hatten die Jungen daher Beruhigungsmittel verabreicht bekommen. "Es war ein leichtes Beruhigungsmittel, damit sie keine Angst haben", sagte Prayut. Wie gefährlich die Bedingungen für die Rettung waren, zeigte der Tod eines ehemaligen thailändischen Marinesoldaten: Er kam beim Vorbereiten der Rettung am Freitag in einem gefluteten Tunnel ums Leben.

Quelle: cam/dpa/AFP

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