Panorama

Frau in Großbritannien gestorben Tief "Thomas" fegt über den Brocken

e37c091613c41ca28f8522005508162f.jpg

Vom schlechten Wetter lassen sich die Karnevalisten nicht die Stimmung verhageln.

(Foto: imago/Chai von der Laage)

Regen, Sturm, Orkan: Das Wetter sorgt in Deutschland wohl für unangenehme Stunden. Tief "Thomas" zieht übers Land. In Thüringen weht es einen Pkw von der Straße. Im Rheinland beginnt der Straßenkarneval verhalten.

Sturmtief "Thomas" fegt mit zunehmender Stärke über Deutschland. Erwartet würden Windspitzen bis Tempo 100 auch im Flachland, im Bergland seien Orkanböen bis Tempo 160 möglich, sagte n-tv Meteorologe Björn Alexander. Mindestens ein Mensch kam in Großbritannien beim dortigen Orkan ums Leben. Die Frau habe tödliche Kopfverletzungen erlitten, als sie von einem umherfliegenden Trümmerteil getroffen wurde, teilte der Rettungsdienst in der Stadt Wolverhampton mit.

Auf der A9 im thüringischen Saale-Orla-Kreis kippte am Nachmittag ein Pkw samt Anhänger um, wie lokale Medien berichtet. Das Gespann überschlug sich, nachdem es von einer Windböe erfasst worden war. Der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. In Dresden wird das umstrittene Kunstwerk der aufgestellten Busse mit Betonklötzen am Sockel zusätzlich gesichert. Auf dem Fichtelberg ruht seit Stunden die Schwebebahn.

Jecken zaudern

In der Kölner Innenstadt waren als Folge des Wetters deutlich weniger Jecken auf den Beinen als in den Vorjahren. Auf dem Alter Markt zählte die Stadt etwa 4500 Menschen, auf dem Heumarkt 5000. Im Zülpicher Viertel zählten die Verantwortlichen etwa 10.000 Feiernde. "Das ist eindeutig das Wetter", sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann zum geringeren Zulauf. Ein Autofahrer ist in Köln schwer verletzt worden, als ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge.

Düsseldorf strich das Open-Air-Festival nach 16.00 Uhr. In Mitteldeutschland registrieren die Behörden zudem wegen der Schneeschmelze dank höherer Temperaturen steigende Pegelstände. In Bonn entschied sich die Stadtverwaltung wegen einer Unwetterwarnung dazu, eine Karnevalsparty auf dem Münsterplatz kurzfristig abzusagen. Auch das Altweibertreffen auf dem Alter Markt in Mönchengladbach wurde abgesagt.

In Berlin und Potsdam bleiben die Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am morgigen Freitag vorsorglich geschlossen. Auch in den kommenden Tagen könnte es wegen möglicher Schäden und Aufräumarbeiten zu Einschränkungen kommen. Zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gehören etwa Schloss Sanssouci in Potsdam und Schloss Charlottenburg in Berlin.

ff8e80a4783f0a8b4fce804fcd9484ca.jpg

In Leeds wehte es ordentlich.

(Foto: dpa)

Derweil hat ein starker Sturm in Irland und Nordirland die Stromversorgung von fast 80.000 Haushalten gekappt. Orkanböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von etwa 150 Stundenkilometern. Britische Meteorologen sprachen wegen der besonderen Tiefdruckverhältnisse von einer "Wetterbombe". Dabei führt ein schneller Luftdruck-Abfall im Zentrum eines Tiefs zu starken Winden. In vielen britischen Städten fielen Flüge aus, allein in London-Heathrow mehrere Dutzend. Züge hatten wetterbedingt Verspätungen. In Schottland verwandelte Schnee die Straßen in gefährliche Rutschbahnen, mehrere Schulen wurden geschlossen.

"Thomas" nicht so stark wie andere Winterstürme

"Im Laufe der Nacht zieht das Sturmfeld weiter nach Osten über Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sowie das südlichste Brandenburg weiter nach Polen", sagte Alexander weiter. "Dabei treten weiterhin Windböen von 70 bis 110 km/h auf, im Erzgebirge können sogar Orkanböen von bis zu 140 km/h übers Land fegen."

Trotzdem wird das Sturmtief "Thomas" im langjährigen Vergleich voraussichtlich kein herausgehobener Spitzensturm. Nach den Daten der Georisiko-Spezialisten beim Münchner Rückversicherungskonzern MunichRe sind die für Deutschland erwarteten Böen bei Weitem nicht so stark wie "Lothar" 1999 und "Kyrill" 2007, die schwersten Winterstürme der jüngeren Vergangenheit.

Indes steigt mit den Temperaturen auch die Lawinengefahr in den deutschen Alpen. Im Tagesverlauf werde die Gefahr in Lagen unterhalb von 2200 Metern von mäßig auf erheblich klettern, teilte der Lawinenwarndienst Bayern. Wegen der Sonneneinstrahlung und der sehr milden Temperaturen müsse mit der Selbstauslösung von Nass- und Gleitschneelawinen gerechnet werden. Diese könnten vereinzelt auch größere Ausmaße erreichen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/AFP