Panorama

Im Pferdestall Tierschänder missbraucht Shetland-Pony

Auf einem Hof in Wengern sorgt ein Fall von Sodomie für Aufsehen: Ein Mann soll sich an einem Pony vergangen haben. Die Polizei stellte eine Flasche Wodka und einen Ledergürtel sicher - und hofft mittels DNA-Spuren den Täter zu schnappen.

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Ein gesundes Shetland-Pony auf einer Koppel. Sodomie als Strafbestand wurde 1969 aus dem Tierschutzgesetz gestrichen.

(Foto: imago/Westend61)

Es ist ein unfassbarer Vorfall, der sich im nordrhein-westfälischen Wetter ereignet haben soll. Auf einem Hof im Stadtteil Wengern ist ein Shetland-Pony offenbar Opfer eines Tierschänders geworden. Ein Tierarzt bestätigte der Pächterin, dass sexueller Missbrauch vorliege. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Als die Tochter der Pächterin am Sonntagmorgen auf den Hof kam, habe sie sofort bemerkt, dass etwas nicht stimme. Ein sonst geöffnetes Tor zwischen Stall und Wiese war verschlossen, heißt es in dem Bericht. Später entdeckte die Frau in einem Trog eine Flasche Wodka. Kurz darauf stieß die Frau auf einen Ledergürtel, der neben einer Box Papiertücher lag.

Sodomie in Deutschland

In Deutschland herrschte über 40 Jahre lang ein gesetzgeberisches Vakuum. 1969 wurde die Sodomie durch Löschung im § 175b Strafgesetzbuch (StGB) straflos gestellt. Sodomitische Handlungen, die möglicherweise noch nicht die Grenze der Erheblichkeit nach § 17 Tierschutzgesetz (TierSchG) überschreiten, bleiben damit straflos, während die Verbreitung von Videos mit solchen Praktiken bestraft wird.

Der Verdacht, dass damit etwas Schlimmes angestellt worden sein könnte, verstärkte sich schließlich noch bei der Kontaktaufnahme mit dem Pferd. Wie die Zeitung berichtet, ließ sich das sonst sehr zutrauliche Pony, das die Tochter der Pächterin auch zu therapeutischen Zwecken einsetzt, nicht streicheln.

Mit einer Freundin habe die Reittherapeutin bei einer intensiveren Kontrolle dann festgestellt, dass es Auffälligkeiten an den Hinterbeinen und am Schweif bei dem zehn Jahre alten Pony gab. "Wir riefen dann unseren Tierarzt aus Bochum an, und der bestätigte uns nach kurzer Untersuchung den sexuellen Missbrauch", wird die Tochter der Pächterin von der Zeitung zitiert.

Kaum Hoffnung auf Aufklärung

Das verstört wirkende Pferd habe schmerzlindernde Medikamente erhalten. Die hinzugerufene Polizei nahm die Anzeige auf und stellte den Gürtel sicher, um von diesem womöglich DNA-Spuren gewinnen zu können.

Große Hoffnung, dass die Tat überhaupt aufgeklärt wird, haben die Pächterin und die Tochter allerdings nicht. Für letztere geht es vor allem darum, dass dieser Vorfall keine beruflichen Auswirkungen hat. "Ich biete hier unter anderem eine tiergestützte Trauma-Pädagogik an und hatte direkt nach der Tat enorme Existenzängste", sagte die Sozialpädagogin der "WAZ".

Konkret wollen die beiden Frauen nun erst einmal die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Vermutlich sei der Täter über den hohen Zaun geklettert und dann in den Stall eingedrungen.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gab es in der jüngeren Vergangenheit der Polizei zufolge keinen vergleichbaren Fall. Vor etwas mehr als einem Jahr kam durch eine Videoüberwachung heraus, dass sich ein Tierschänder auf einer Wiese in Hagen an einem Pferd einer Wittenerin vergangen hatte.

Quelle: n-tv.de, dsi