Panorama

Ärztepaar in Mistelbach ermordetTochter und Freund müssen viele Jahre in Haft

23.01.2023, 13:10 Uhr
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Der Anklage der Staatsanwaltschaft zufolge geht die Tat auf einen gemeinsamen Plan des Paars zurück, Motiv war demnach Hass auf die Eltern. (Foto: picture alliance/dpa)

Hinter verschlossenen Türen wird drei Monate lang über der Doppelmord von Mistelbach verhandelt. Angeklagt sind die Tochter des getöteten Ärzteehepaars und deren Freund. Das Gericht folgt mit seinem Urteil nun der Forderung der Staatsanwaltschaft und verhängt langjährige Jugendstrafen.

Im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach hat das Landgericht Bayreuth langjährige Jugendstrafen verhängt. Die älteste Tochter des getöteten Ärzteehepaars erhielt wegen zweifachen Mordes eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren, ihr Freund von 13 Jahren und sechs Monaten. Die Tochter war zur Tatzeit 16 Jahre alt, ihr Freund 18. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Tat vom 9. Januar sorgte weit über die fränkische Gemeinde hinaus für Entsetzen. Von Nachbarn alarmierte Rettungskräfte hatten den 51 Jahre alten Kinderarzt und dessen 47 Jahre alte Frau erstochen im Keller entdeckt. Kurz danach stellte sich der Freund der ältesten Tochter. Sechs Wochen später geriet auch diese als tatverdächtig ins Visier der Ermittler.

Der Anklage der Staatsanwaltschaft zufolge geht die Tat auf einen gemeinsamen Plan des Paars zurück, Motiv war demnach Hass auf die Eltern. Die älteste Tochter soll laut Anklage vier Monate vor der Tat mit ihrem Freund zusammengekommen sein, dieser lebte seit November vergangenen Jahres mit im Haushalt der Familie. Dort sei das Verhältnis der ältesten Tochter - von insgesamt vier Kindern - zu den Eltern seit längerer Zeit von Streit geprägt gewesen.

Die Öffentlichkeit war von der Verhandlung seit der Anklageverlesung ausgeschlossen. Gründe waren die psychische Verfassung und das Alter der Angeklagten. 33 Zeuginnen und Zeugen wurden nach Worten eines Justizsprechers in dem Verfahren vernommen, vier Sachverständige gaben Auskünfte, darunter zwei Rechtsmediziner. Mehr drang nicht nach außen.

Von außen betrachtet bot die Familie ein idyllisches Bild: vier Kinder, die Eltern arbeiteten als Mediziner. Die Familie lebte in einem schicken Einfamilienhaus. Das 51 Jahre alte Opfer war als Kinderarzt in der Region bekannt und geschätzt, Anfang 2022 hatte der Mann eigentlich mit seinem Praxis-Partner ein neues Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin eröffnen wollen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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