Panorama

Bergung nach Unglück im HamburgTodesopfer liegt unter schweren Gerüstteilen

31.10.2023, 13:04 Uhr
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Bei dem Unglück starben vier Arbeiter, einer wurde schwer verletzt. (Foto: dpa)

Am Montag stürzt in der Hamburger Hafencity ein großes Baugerüst ein. Fünf Arbeiter werden in die Tiefe gerissen, vier von ihnen sterben. Einen Tag später gestaltet sich die Bergung eines der Toten noch immer schwierig.

Einen Tag nach dem tödlichen Gerüsteinsturz auf einer Großbaustelle in der Hamburger Hafencity ist ein verschüttetes Todesopfer weiterhin nicht geborgen. Die Bergung von drei der bei dem schweren Arbeitsunfall ums Leben gekommenen Arbeitern war bereits am Montag abgeschlossen worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Bei dem Unglück vom Montag starben insgesamt vier Männer, einer wurde schwer verletzt.

Der vierte Mann liege unter Gerüstteilen, sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr nach einer ersten Lagebesprechung der Einsatzleitung vor Ort. Für seine Bergung sollen demnach auch Industriekletterer herangezogen werden.

Ein fünfter Bauarbeiter war nach dem Unfall am Montag mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. Sein Zustand ist nach dpa-Informationen nach einer Notoperation in der Asklepios-Klinik St. Georg immer noch sehr kritisch. Zu ersten Informationen, sein Zustand sei stabil, hieß es in informierten Kreisen: "Das stimmt nicht. Wir würden den Zustand als kritisch beschreiben." Der schwerstverletzte Bauarbeiter habe bei dem Unglück multiple Verletzungen erlitten.

Bei drei der fünf Opfer handelt es sich nach Angaben der Polizei um Albaner, nicht um Bulgaren. Die Personalien zweier Todesopfer und des Schwerverletzten seien gesichert, sagte ein Polizeisprecher. Bei den beiden anderen Todesopfern stehe die Feststellung der Personalien noch aus. Es gebe aber keine Hinweise, dass es sich um Bulgaren handele. Die Polizei widersprach damit bisherigen Angaben der Stadtentwicklungsbehörde.

Ermittlungen zur Unglücksursache

Auf der Großbaustelle in der Hafencity war am Montagmorgen ein über mehrere Stockwerke reichendes Gerüst in einem Aufzugschacht in einem Rohbau eingestürzt. Der Einsatz gestaltete sich wegen der Risiken für die Einsatzkräfte äußerst schwierig. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts und des Amts für Arbeitsschutz dauerten an.

Warum das Gerüst zusammenbrach, war zunächst völlig unklar. Auf der Plattform hätten auch Baumaterialien gelegen, die mit in die Tiefe stürzten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Medienberichte, wonach womöglich eine Überlastung der Plattform zum Zusammenbruch des Gerüstes führte, wollte der Sprecher zunächst nicht kommentieren. Das Gerüst fiel laut Feuerwehr aus dem achten Obergeschoss ins Untergeschoss. Trümmerteile ragten bis ins zweite Obergeschoss. Ein Einsatzleiter beschrieb den Trümmerberg am Montag als "Riesen-Mikado" aus Gerüststangen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa/AFP

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