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Mittwoch, 06. Mai 2015

Kleinstadt Bützow liegt in Trümmern: Tornado verursacht hohen Millionenschaden

Seit vor fast 300 Jahren ein Großfeuer in der Kleinstadt Bützow tobte, hat der Ort eine derartige Zerstörung nicht mehr gesehen: Der Tornado, der gestern über Mecklenburg-Vorpommern tobte, hinterlässt Schäden, die noch nicht abgeschätzt werden können.

Ein Tornado hat in der Kleinstadt Bützow bei Rostock einen Schaden von vielen Millionen Euro angerichtet. Wie Landrat Sebastian Constien sagte, lasse sich das Ausmaß noch nicht abschätzen. Seit den Stadtbränden Mitte des 18. Jahrhunderts habe es kein vergleichbares Unglück in der 7600-Einwohner-Stadt gegeben. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering hat sich in Bützow betroffen vom Ausmaß der Tornado-Zerstörungen gezeigt. "Die Schäden sind riesig", sagte er. "Das ist ein kleines Wunder, dass da nicht mehr passiert ist", sagte der SPD-Politiker.

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Bewohner Bützows berichteten, dass der Tornado am Dienstag gegen 19 Uhr knapp zehn Minuten über der Innenstadt gewütet habe. Durch den Sturm wurden 30 Personen meist durch herumfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Eine Frau musste allerdings mit schweren Verletzungen in eine Rostocker Klinik gebracht werden, sagte Constien.

Im Zentrum sind viele Häuser abgedeckt. Vom Dach der Stiftskirche fehlt ungefähr ein Viertel der Ziegel. Auch das Rathaus weist schwere Schäden auf. Ministerpräsident Sellering machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und sicherte Hilfe des Landes zu. Zu Beginn seines Besuches in der Kleinstadt zeigte sich der Regierungschef beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Einwohner. Noch in der Nacht wurden drei Häuser wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert. Die Bewohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Eine Notaufnahme in der Sporthalle musste nicht benutzt werden.

Große Solidarität der Bewohner

An diesem Mittwoch sollten Bau- und Statikexperten die beschädigten Häuser begutachten. Noch sei nicht absehbar, wie viele Häuser einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar sind. In der Innenstadt sei kein Auto heil geblieben. Rund 130 Feuerwehrleute und andere Katastrophenhelfer hatten gleich nach dem Sturm mit den Aufräumarbeiten begonnen. Wichtige Straßen wurden so geräumt, dass zumindest die Einsatzfahrzeuge gefahrlos fahren konnten.

Stadt und Kreis bedankten sich für die Solidarität vieler Einwohner, die sich am Morgen ausgerüstet mit Werkzeug bei der Feuerwehr gemeldet hatten. Ihnen allen steht viel Arbeit bevor. Auf den kleineren Straßen und Gehwegen liegen noch Tausende Ziegel und andere Trümmerteile, viele Bäume sind umgestürzt. Die Innenstadt ist für den Durchgangsverkehr gesperrt, drei Schulen wurden geschlossen.

Auch nach Einschätzung des n-tv Wetterexperten Björn Alexander war es ein Tornado, der für die Verwüstungen in der Kleinstadt verantwortlich ist. Weshalb sich aber genau in Bützow - das von der Warnow durchflossen wird, die dort weite Auenflächen hat - ein Tornado entwickelte, ist noch unklar.

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Quelle: n-tv.de