Ministerium will Sender auswertenToter Buckelwal soll in Dänemark bleiben

Erst wurde der Buckelwal unter großem Aufwand Richtung Nordsee geschleppt, nun ist er verendet. Doch was passiert jetzt mit dem riesigen Kadaver? Behörden zufolge soll er genau da liegen bleiben, wo er jetzt ist. Für Schaulustige wird das tote Tier zur makabren Attraktion.
Der als "Timmy" bekannte tote Buckelwal wird aller Voraussicht nach vor der dänischen Insel Anholt liegen bleiben. Das Tier befinde sich in dänischem Gebiet, und die dortigen Behörden gingen davon aus, dass es dort liegenbleibe, sagte ein Sprecher des Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministeriums. Der Wal war vor mehr als zwei Wochen lebend von einer privaten Initiative aufwendig Richtung Nordsee abtransportiert worden und strandete rund zwei Wochen später tot vor Anholt.
Man nehme an, dass der Wal schon mindestens eine Woche tot sei, wahrscheinlich länger, hieß es vom Ministerium. Der Verwesungszustand würde nicht nur einen möglichen Transport, sondern auch eine Untersuchung erschweren.
Das Ministerium bemühe sich, den am Wal gefundenen Sender zu bekommen und die Daten auszuwerten. Möglicherweise könne man so Erkenntnisse dazu erhalten, wie lange das Tier noch lebte und wo es sich aufgehalten habe. Karin Walter-Mommert, eine der Geldgeberinnen für die vorhergehende Bergung von der deutschen Küste, habe dem Ministerium die Möglichkeit einer entsprechenden Auswertung zugesagt. Noch habe die dänische Umweltbehörde den Sender.
Die dänische Behörde hatte zuvor schon mitgeteilt, es gebe keine Pläne, den Wal zu entfernen oder den Kadaver genauer zu untersuchen. Der tote Wal werde derzeit nicht als Problem eingeschätzt. Außerdem bestehe die Gefahr einer Explosion. Experten zufolge können tote Wale explodieren, weil im Zuge der Verwesung Gase entstehen, die durch die dicke Speckschicht ihrer Haut nicht entweichen können.
Der Kadaver könne auch "Träger von auf den Menschen übertragbaren Krankheiten" sein, Schaulustige sollten einen Sicherheitsabstand wahren. Anholt ist eine kleine Insel im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden. Dort war der Walkadaver am Donnerstag entdeckt worden. Am Wochenende waren Badegäste auf den Wal geklettert und hatten für Fotos posiert, wie auf Aufnahmen des Senders News5 zu sehen war.