Panorama

"Verbreitung von Häresien" Traditionalisten greifen Papst an

5207c3490b05500fbd27534f425722b5.jpg

Papst Franziskus wird für seinen Kurs angefeindet - hochrangige Theologen sind allerdings nicht darunter.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Papst Franziskus gilt, zumindest im Maßstab der katholischen Kirche, als Reformer. Dagegen wenden sich nun Dutzende Kirchenvertreter. Sie werfen ihm Häresie etwa im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen vor.

Dutzende konservative katholische Theologen, Priester und Religionsvertreter haben Papst Franziskus in einem offenen Brief ketzerisches Verhalten vorgeworfen. Im Kern geht es dabei um das päpstliche Schreiben "Amoris Laetitia", in dem es unter anderen um einen offeneren Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen geht. Das Schreiben hat den Titel "Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien" und wurde unter anderem von der italienischen Zeitung "La Stampa" veröffentlicht.

Franziskus vertrete mit "Amoris Laetitia" sieben häretische - also von der Lehre abweichende - Positionen zur Ehe, dem moralischen Leben und dem Empfang der Sakramente und verursache die Verbreitung dieser häretischen Meinungen in der katholischen Kirche, heißt es in dem Text. Mehr als 60 Kirchenleute - vorwiegend aus den USA und Italien - unterzeichneten den Brief, der auch online veröffentlicht wurde. Kein Kardinal oder anderer hochrangiger Kirchenvertreter war darunter.

In der katholischen Kirche gibt es seit Langem Streit über die Sexualmoral und darüber, ob wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen dürfen. Franziskus hatte in seinem Schreiben, das 2016 veröffentlicht wurde, zu mehr Barmherzigkeit aufgerufen und es den Ortskirchen angetragen, über Fälle individuell zu entscheiden.

Grundsätzlich hält der Papst an den katholischen Normen zur Ehe fest. Für großes Aufsehen sorgte der sogenannte "Dubia"-Brief von vier Kardinälen, darunter der mittlerweile verstorbene Joachim Meisner und Kardinal Walter Brandmüller, in dem sie den Papst aufforderten, die Zweifel um das Schreiben auszuräumen.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa