Panorama

Neuer Trend im Internet US-Amerikaner zerstören ihre Waffen

Scott-Dani Pappalardo liebt sein Gewehr. Er trägt sogar ein Tattoo mit der Aufschrift "Das Recht, Waffen zu besitzen" auf seinem Arm. Trotzdem hat der US-amerikanische Waffenliebhaber sein Gewehr jetzt in zwei Teile zersägt - aus gutem Grund.

Das Schulmassaker von Parkland hat die USA tief erschüttert und führte zu landesweiten Protesten gegen die umstrittenen Waffengesetze. Nach den Demonstrationen von Jugendlichen solidarisieren sich nun auch - überraschenderweise - einige Waffenbesitzer. Unter dem Hashtag #oneless posten Menschen Videos und Fotos von ihren zerstörten Waffen - weil sie nicht wollen, dass diese für Amokläufe missbraucht werden.

*Datenschutz

Einer der Ersten war ein Mann namens Scott-Dani Pappalardo aus dem Bundesstaat New York. In seinem auf Facebook verbreiteten Video zeigt Pappalardo sein nach eigenen Angaben vor über 30 Jahren legal erworbenes Sturmgewehr AR-15 - den gleichen Typ Gewehr also, den der Todesschütze Nikolas Cruz verwendete.

Die Worte "Das Recht, Waffen zu besitzen" habe er auf seinen Arm tätowiert, sagt Pappalardo. "Ist das Recht, diese Waffe zu besitzen, wichtiger als das Leben von jemandem?", fragt er in die Kamera. "Ich glaube nicht."

Pappalardo erklärt weiter, dass er bereits vor fünf Jahren nach einem Amoklauf überlegt habe, die Waffe abzugeben. Seitdem seien bei 200 Amokläufen 400 Menschen erschossen worden, deshalb nun seine endgültige Entscheidung. "Wann ändern wir uns? Wann erlassen wir Gesetze, die sagen, dass solche Waffen in der heutigen Gesellschaft nicht akzeptabel sind?", fragt er. Er könne die Waffe einfach verkaufen und damit ein paar Hundert Dollar verdienen. "Aber was ist, wenn das Kind von demjenigen, der die Waffe kauft, sie in die Hände bekommt und sie eines Tages mit in die Schule nimmt? Könnte ich damit leben? Ich denke nicht."

Bis zum Massaker sei Nikolaz Cruz legaler Waffenbesitzer gewesen, erklärt Pappalardo. "Stephen Paddock, der in Las Vegas 58 Menschen tötete, war legaler Waffenbesitzer bis zu jener Nacht." Er wolle sichergehen, dass das nie mit seiner Waffe passieren werde. Danach steht er auf und zersägt sein Sturmgewehr in zwei Einzelteile. "Die Leute sagen immer: Es gibt zu viele davon. Nun, jetzt gibt es eine weniger!"

Quelle: n-tv.de, dsi

Mehr zum Thema