Panorama

Kameras vor Trumps Eid gekapertUS-Justiz klagt rumänische Hacker an

29.12.2017, 07:48 Uhr
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US-Präsident Donald Trump wurde am 20. Januar vereidigt. (Foto: dpa)

Eine Woche vor Trumps Vereidigung funktionieren zwei Drittel der Überwachungskameras in der US-Hauptstadt nicht richtig. Der Secret Service entdeckt einen Hackerangriff. In Rumänien werden zwei Personen festgenommen. Die USA wollen ihre Auslieferung.

Eine Hackerattacke hat kurz vor der Vereidigung von Donald Trump als US-Präsident am 20. Januar zur Lahmlegung von zwei Dritteln der Polizei-Überwachungskameras in Washington geführt. Wie das Justizministerium mitteilte, wurden in diesem Zusammenhang am 15. Dezember zwei Rumänen in Bukarest festgenommen und jetzt in Abwesenheit in der US-Hauptstadt wegen Betrugs und Computerkriminalität angeklagt. Die Männer sollen Mitglieder einer größeren Erpresserbande sein.

Der "Washington Post" zufolge wollen die USA die Auslieferung der Rumänen beantragen, um ihnen auf amerikanischen Boden den Prozess zu machen. Sollten sie verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft. Drei weitere Landsleute sollten in Europa vor Gericht gestellt werden. Im Februar hatten britische Behörden im selben Fall fälschlicherweise zwei Personen in London festgenommen.

Am 12. Januar 2017 wurde laut "Washington Post" entdeckt, dass viele der insgesamt 187 im Freien angebrachten Polizei-Überwachungskameras nicht richtig funktionierten. Der Secret Service habe dann herausgefunden, dass Hacker am Werke gewesen seien, die Spam-Mails mit Erpressungssoftware an eine lange Liste von Empfängern verschickt hätten.

Der Secret Service schaltete die 123 Kameras ab, entfernte die Software und startete sie neu. Dieser Prozess habe ungefähr zwei Tage gedauert. Unklar ist, ob die Hacker wussten, dass sie Polizeicomputer infizierten. Es wurde kein Geld an die Erpresser gezahlt. Die Absenderadressen der E-Mails führten die Ermittler auf die richtige Spur.

Quelle: rpe/dpa

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