Panorama

"Bei Einreise Bauch verbergen" US-Netzwerke für Baby-Tourismus zerschlagen

107384282.jpg

"Baby-Tourismus": Kriminelle helfen schwangeren Chinesinnen, für ihr Neugeborenes den US-Pass zu erschleichen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Illegale Netzwerke beschaffen schwangeren Chinesinnen falsche Touristenvisa, damit sie ihre Kinder in den USA zur Welt bringen. Für jeden Fall kassieren die Kriminellen Zehntausende Dollar. Nun gelingt den Behörden ein Schlag gegen den Baby-Tourismus aus China.

Ermittler im US-Bundesstaat Kalifornien haben drei Netzwerke zerschlagen, die illegalen "Baby-Tourismus" aus China unterstützt haben. Gegen insgesamt 19 an den Machenschaften beteiligte Menschen seien Ermittlungen eingeleitet worden, teilte der kalifornische Staatsanwalt Nicola Hanna mit. Weitere Verdächtige seien noch flüchtig, meist in China.

Die Netzwerke hatten von schwangeren Ausländerinnen, vornehmlich aus China, jeweils Zehntausende Dollar kassiert, damit diese ihr Kind in den USA zur Welt bringen und ihm damit die US-Staatsbürgerschaft verschaffen konnten. Die Kriminellen waren bereits 2015 enttarnt worden, die Ermittler hatten dies aber bis jetzt geheim gehalten.

Die Netzwerke halfen Ausländerinnen, die fast ausschließlich aus China stammten, Touristenvisa für die USA zu bekommen. Dabei wurden die US-Behörden hinsichtlich des Zwecks und der Dauer des Besuchs belogen. Gezielt bereiteten die Netzwerke ihre Kundinnen darauf vor, die Behörden in US-Konsulaten und bei Zollkontrollen hinters Licht zu führen. So wurde ihnen etwa geraten, weite Kleidung zu tragen, "um ihre Schwangerschaft zu verbergen", wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Ermittler prangerten zudem an, dass viele Chinesinnen die Krankenhausrechnungen für Betreuung und Entbindung nicht beglichen hatten.

"Amerikas Way of Life steht nicht zum Verkauf"

Das Geschäftsmodell der Betrüger hat eine gesetzliche Basis: Jeder, der auf US-Territorium geboren wird, bekommt die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten. "Amerikas Way of Life steht nicht zum Verkauf", erklärte Joseph Macias, Vertreter der Heimatschutzpolizei in Los Angeles. Seine Behörde werde entschieden gegen diejenigen vorgehen, "die unsere Gesetze und Werte verhöhnen, um daraus Profit zu schlagen".

Die Behörden nannten als Beispiel eine 41-jährige Frau aus Irvine, die etwa 20 Wohnungen nutzte, um schwangere Chinesinnen unterzubringen. Von mehr als 500 Frauen soll sie dafür jeweils umgerechnet 34.800 bis 69.600 Euro bekommen haben. Im Laufe der Jahre habe sie bis zu drei Millionen Dollar kassiert.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

Mehr zum Thema