Panorama

E-Zigaretten im Visier USA finden wohl Grund für tödlichen Dampf

109859195.jpg

Die US-Behörden sprechen auf der Suche nach den Ursachen für den tödlichen E-Zigaretten-Konsum von einem Durchbruch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Dutzenden Toten und Tausenden Lungenerkrankungen nach E-Zigaretten-Konsum suchen US-Behörden fieberhaft nach den Gründen. Nun sprechen sie von einem Durchbruch. Der Kreis der verdächtigen Stoffe wird kleiner. Derweil kämpft die Branche hinter den Kulissen anscheinend um ihre Zukunft.

Nach 39 Todesfällen und mehr als 2000 Lungenerkrankungen durch E-Zigaretten hat eine US-Gesundheitsbehörde nach eigenen Angaben wahrscheinlich die Ursache ausfindig gemacht. Es gebe "direkte Belege" dafür, dass ein aus Vitamin E gewonnenes Öl die Lungenerkrankungen bei den E-Zigaretten-Konsumenten hervorgerufen habe, sagte die Vize-Direktorin der Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC), Anne Schuchat. Die Chemikalie sei bei allen 29 erkrankten Patienten, deren Lungenflüssigkeit untersucht wurde, nachgewiesen worden.

Schuchat bezeichnete die Erkenntnisse der Untersuchung als Durchbruch. Es seien bislang keine anderen potenziellen Giftstoffe bei den untersuchten Patienten gefunden worden. Das CDC teilte mit, dass noch abschließende Ermittlungen angestellt werden müssten, bevor das Vitamin-E-Öl als definitiver Verursacher der Lungenerkrankungen bestätigt werden könne. Es sei nach wie vor möglich, dass mehr als ein Stoff die Krankheiten ausgelöst habe.

Fünf Millionen Schüler konsumieren E-Zigaretten

Die Mitteilung erfolgte einen Tag nach einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump bezüglich Plänen, das Mindestalter für den Kauf von E-Zigaretten von 18 auf etwa 21 Jahre anzuheben. "Wir müssen uns vor allem um unsere Kinder kümmern", sagte der US-Präsident. Trump betonte aber gleichzeitig, dass auf Arbeitsplätze in der wachsenden E-Zigaretten-Industrie geachtet werden müsse.

Die US-Regierung hatte im September ein Verbot von aromatisierten Flüssigkeiten für E-Zigaretten angekündigt. Wie es nun scheint, könnte die E-Zigaretten-Industrie diese Position durch intensive Lobbyarbeit beeinflusst haben.

In den USA werden E-Zigaretten gerade auch bei Jugendlichen immer beliebter. Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Umfrage in dieser Woche ergab, dass mehr als fünf Millionen Schüler zwischen 11 und 18 Jahren in den vergangenen 30 Tagen E-Zigaretten konsumiert haben. In den USA gilt für alle Tabakprodukte ein Mindestalter von 18 Jahren. 18 Staaten sowie Washington D.C. haben das Mindestalter jedoch bereits auf 21 Jahre angehoben.

Elektrische Zigaretten, bei denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird, haben in den vergangenen Jahren weltweit enorm an Beliebtheit gewonnen. Die Zahl der Nutzer stieg nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von sieben Millionen im Jahr 2011 auf 41 Millionen im Jahr 2018. Der Griff zur E-Zigarette ist für viele Raucher attraktiv, weil sie mit dem Verdampfungsverfahren einer Krebs-Gefährdung durch das traditionelle Rauchen entgehen wollen.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

Mehr zum Thema