Panorama

176 Todesopfer im Iran Ukrainische Boeing stürzt bei Teheran ab

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs mit mehr als 170 Menschen an Bord nahe Teheran gibt es keine Hoffnung auf Überlebende. Bei der Maschine vom Typ Boeing 737-800 seien kurz nach dem Start in der iranischen Hauptstadt "technische Probleme" aufgetreten, heißt es aus Teheran.

Schweres Flugzeugunglück im Iran: Kurz nach dem Start vom Teheraner Imam-Chomeini-Flughafen ist eine ukrainische Boeing in Schwierigkeiten geraten und abgestürzt. Die Passagiermaschine vom Typ 737-800 schlug nahe der iranischen Hauptstadt auf. An Bord der Boeing 737 waren nach den Worten des ukrainischen Ministerpräsidenten Oleksij Hontscharuk 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Ukraine gab es keine Überlebenden. In ersten Berichten war von bis zu 180 Todesopfern die Rede.

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Sonnenaufgang über der Absturzstelle.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es bestehe keine Chance, noch Überlebende zu finden, bestätigte das iranische Außenministerium. Der zweistrahlige Verkehrsjet mit der Flugnummer PS752 war den Angaben aus Teheran zufolge auf dem Weg nach Kiew. Erste Spekulationen, der Absturz könnte im Zusammenhang mit dem iranischen Raketenschlag gegen zwei US-Militärbasen im Irak stehen, bestätigten sich nicht.

Nach ukrainischen Angaben ist der Absturz auf einen Triebwerksdefekt und nicht auf einen Angriff zurückzuführen. Die Botschaft der Ukraine im Iran erklärte, "Terrorismus" sei nicht die Ursache. Das Flugzeug war gegen 5.15 Uhr Ortszeit (2.45 Uhr MEZ) in Teheran gestartet - und damit rund zwei Stunden nach dem iranischen Angriff mit ballistischen Raketen im Irak.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich nach dem Absturz des Passagierjets der Ukraine International Airlines (UIA) im Iran tief erschüttert. "Schreckliche Nachrichten aus dem Nahen Osten", teilte er auf Facebook mit. Niemand habe das Unglück überlebt, bestätigte er. "Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde aller Passagiere und Besatzungsmitglieder."

Nach Angaben des Staatsoberhauptes will die ukrainische Botschaft im Iran nun alle Informationen über die Umstände "der Tragödie" zusammentragen. Die Namen der Toten würden nun aufgelistet, schrieb Selenskyj. Der 41-Jährige brach nach dem Unglück seinen Aufenthalt im Oman auf der arabischen Halbinsel ab.

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Frühe Festlegung aus Teheran

Der Absturz der ukrainischen Boeing sei auf einen technischen Defekt zurückzuführen, teilte die iranische Luftfahrtbehörde am Morgen mit. Nähere Angaben zur Unglücksursache lagen zunächst nicht vor. Offen blieb auch, ob die iranischen Ermittler so kurz nach dem Absturz tatsächlich bereits über belastbare Erkenntnisse verfügen. Augenzeugen zufolge soll die Maschine kurz nach dem Start in Brand geraten sein.

Der Hersteller Boeing reagierte zurückhaltend. "Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen", teilte der US-Luftfahrtkonzern mit. Die Baureihe 737 zählt zu den meistverkauften Flugzeugmodellen der Welt und ist seit Jahrzehnten im Einsatz. Gravierende Probleme mit der grundlegend überarbeiteten Version 737 Max hatten Boeing im vergangenen Jahr in eine tiefe Krise gestürzt.

Bei der verunglückten Maschine mit der Registriernummer UR-PSR handelt es sich um eine herkömmliche 737-800. Das Flugzeug stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Wohl auch deshalb gab es zunächst keine Informationen über mögliche Opfer am Boden. Der Absturzort liegt rund 20 Kilometer vom Flughafen entfernt. Das Flugzeug hätte gegen 8.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa/rts