Panorama

"Wir sind nicht schwul" Vater des Colorado-Mörders berichtet von Entfremdung

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A. tötete in dem Club fünf Menschen und wurde dann überwältigt.

(Foto: AP)

Noch liegt das Motiv für das Club-Attentat von Colorado im Dunkeln. Doch nun äußert sich der biologische Vater von Anderson Lee A. Sichtbar werden zerrüttete Familienverhältnisse und eine extrem feindliche Einstellung der LGBT-Community gegenüber.

Während die Trauer und das Entsetzen über das Blutbad in einem Nachtclub in Colorado noch immer groß ist, hat sich der biologische Vater der Tatperson im mehreren Interviews mit US-Medien verstörend geäußert. So erklärte er gegenüber Reportern, er habe sein Kind für "gewalttätiges Verhalten" gelobt. Aaron Brink, sagte außerdem, dass er, als er von der Schießerei hörte, befürchtete, sein Kind könnte schwul sein. "Sie wissen, dass die Mormonen nicht schwul sind, wir sind nicht schwul, es gibt keine Schwulen in der mormonischen Kirche. Wir sind nicht schwul", so Brink.

Anderson Lee A. wird beschuldigt, fünf Menschen ermordet zu haben, nachdem sie am Samstagabend (Ortszeit) den LGBTQ-Treffpunkt Club Q in Colorado Springs gestürmt hatte. 18 weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt. Nach Überzeugung der Polizei hatte A. den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe betreten und sofort das Feuer eröffnet. Zwei Anwesende im Club schritten der Polizei zufolge ein und stoppten A. Offizielle Angaben für das Tat-Motiv gab es zunächst nicht.

Bei einer Gerichtsanhörung erklärten die Verteidiger, dass A. nicht-binär ist und die Pronomen sie/sie verwendet. Die verdächtige Person war früher unter dem Namen Nicholas Brink bekannt, änderte aber laut einer Gerichtsakte 2016 diesen Namen, um "sich selbst und seine Zukunft vor jeglichen Verbindungen zum leiblichen Vater und seiner kriminellen Vergangenheit zu schützen".

Toxisches Männlichkeitsbild

Der biologische Vater Aaron Brink ist ein ehemaliger MMA-Kämpfer und Pornostar. Er wirkte in Pornofilmen unter dem Künstlernamen "Dick Delaware" mit. Der 48-Jährige, der in Kalifornien lebt, berichtete, er habe sich in den letzten Jahren von seinem Sohn entfremdet. "Er ist wütend, er ist wütend auf mich, er will den alten Mann ärgern", sagte Aaron Brink. Aufzeichnungen zeigen, dass Brink in drei Staaten verhaftet wurde, einige Zeit im Gefängnis verbracht hat und mit Drogenmissbrauch zu kämpfen hatte.

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"Ich habe ihn enttäuscht. Es tut mir leid, Nicholas oder Anderson", so Brink. Wenn er gegen jemanden kämpfe, benutze er seine Fäuste. "Man kämpft wie ein Mann, schüttelt sich danach die Hand, und das war's. Das war's dann. Du gehst nicht da raus. Man tötet keine Leute", sagte er.

Seinen Angaben zufolge wusste er nicht, dass A. sich als nicht-binär identifiziert. Er habe sein inzwischen 22-jähriges Kind zwischenzeitlich für tot gehalten, berichtete Brink. Welchen Grund er dafür hatte, sagte er nicht. Er betonte jedoch, die Tat seines Kindes tue ihm leid und gleichzeitig wolle er A. sagen, dass er es liebe. In den Videos von den Gesprächen wirkt Brink konfus. ABC-Reporter berichteten, sie hätten ihn angesprochen, als er gerade Skateboard fahren wollte.

Quelle: ntv.de, sba

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