Panorama

Isolierte Bauernhof-Familie Vater meldete Behörden "Auswanderung"

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Der Bauernhof wurde mit einem "Geldhund" abgesucht, der versteckte Geldscheine finden kann.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie kann eine Großfamilie jahrelang untertauchen, ohne dass das den Behörden auffällt? Im Fall der isoliert lebenden Familie auf einem niederländischen Bauernhof lautet die Antwort offenbar: Weil der Vater eine Auswanderung vortäuschte.

Der Vater der isolierten Familie auf einem Bauernhof in den Niederlanden hat vor zehn Jahren bei den Behörden seine Auswanderung gemeldet. Er hat sich 2009 aus der niederländischen Einwohnermeldeliste streichen lassen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Groningen mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Der Mann habe bei den Behörden angegeben, dass er ausgewandert sei. 

Derweil wurde der Bauernhof weiter durchsucht und dabei auch ein "Geldhund" eingesetzt, der versteckte Geldscheine finden kann. "Es wurde aber kein weiteres Geld gefunden", sagte Sprecher Bart Olmer. Zuvor war ein "substanzieller Betrag" auf dem Hof gefunden worden. 

Der 67-jährige Gerrit Jan van D. wird unter anderem der Freiheitsberaubung verdächtigt und nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Montag dem Haftrichter vorgeführt. Er soll seine sechs Kinder neun Jahre lang auf dem Bauernhof festgehalten haben. Dass das nie auffiel, lag wohl auch daran, dass die Kinder im Alter von heute 18 bis 25 Jahren nie bei den Behörden gemeldet worden waren. 

Raum war hinter Schrank verborgen

Der Vater und die vier Mädchen und zwei Jungen hatten vermutlich seit 2010 in einem abschließbaren Raum auf dem Hof im Dorf Ruinerwold in der Provinz Drenthe gelebt. Der Raum war hinter einem Schrank verborgen. "Der abgeschlossene Raum war deutlich gedacht, um die Außenwelt draußen zu halten", sagte die stellvertretende Polizeichefin in Drenthe, Janny Knol, im niederländischen Fernsehen.

Die Mutter der Familie soll schon 2004 gestorben sein. Die Kinder waren zwar ab und zu im Garten des Hofs, haben aber nie das Gelände verlassen. Auch wenn sie nie zur Schule gegangen sind, können sie lesen und schreiben und sprechen Niederländisch. Der Kontakt zu ihnen sei aber nicht einfach, sagte die Vize-Polizeichefin. "Dass sie nicht unbedingt dasselbe Verhalten zeigen wie wir, ist deutlich."

Die Familie wurde Anfang der Woche entdeckt, nachdem ein 25-jähriger Sohn in einer Kneipe um Hilfe gebeten hatte. Ein 58-jähriger Österreicher ist ebenfalls in Haft. Josef B. war Mieter des Hofes. Auch er wird der Freiheitsberaubung verdächtigt.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa