Panorama

Ansage an 5000 Bedienstete Vatikan droht Impfgegnern mit Entlassung

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Papst Franziskus ist bereits geimpft.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der Vatikan spricht sich zwar gegen eine Impfpflicht aus - erlegt seinen rund 5000 Bediensteten jedoch auf, sich zeitnah gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einem Dekret des Kirchenstaats zufolge muss sonst mit "Konsequenzen" rechnen, wer keinen Grund für die Ablehnung hat.

Den rund 5000 Bediensteten des Vatikans droht künftig bei einer Verweigerung der Corona-Impfung die Entlassung. Das geht aus einem Dekret hervor, das vom Kirchenstaat veröffentlicht wurde. Wer keine medizinischen Gegen-Indikationen vorweise und die Impfung gegen das Coronavirus verweigere, müsse mit "mehr oder weniger schweren Konsequenzen" rechnen, die "bis zur Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses führen" könnten, heißt es in dem Dekret.

Das Dekret bezieht sich auch auf zukünftige Bewerber für eine Tätigkeit im Vatikan. Wer eine Impfung verweigere, könne zum Risiko für andere werden, heißt es in dem Dekret. So würden die Risiken für die öffentliche Gesundheit erhöht. Damit kommt der Vatikan zugleich seiner eigenen Maßgabe nach, dass katholische Institutionen und Gruppen sich an der weltweiten Impfkampagne beteiligen sollten. Bereits Ende Dezember hatte sich der Vatikan zu ethischen Fragen rund um die Corona-Impfung positioniert.

Neben einer global gerechten Verteilung mahnte die katholische Kirche darin auch an, dass "die Verweigerung der Impfung ein Risiko für andere darstellt", da "ein Zusammenhang zwischen persönlicher und öffentlicher Gesundheit besteht". Daher verwies das Papier auf Stellungnahmen der Bischöfe von England und Wales, die die Impfung als Ausdruck von Solidarität einstuften. Eine allgemeine Impfpflicht war vom Vatikan jedoch abgelehnt worden. Allerdings betonte die Glaubensbehörde auch die "Pflicht, dem Gemeinwohl zu dienen".

Wer im Vatikan keinen Mund-Nasen-Schutz trägt und die gebotenen Abstandsregeln nicht einhält, muss mit Bußgeldern zwischen 25 und 50 Euro rechnen. Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ziehen Bußgelder von bis zu 1500 Euro nach sich. Die Kampagne mit Gratis-Impfungen im Vatikan begann im Januar. Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. sind bereits geimpft.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP