Panorama

Was stieß Emanuela Orlandi zu? Vatikan lässt mysteriöses Schicksal ungeklärt

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Das Schicksal von Emanuela Orlandi belibt auch 37 Jahren nach ihrem Verschwinden weiter ungeklärt.

(Foto: imago images / Independent Photo Agency)

Vor 37 Jahren verschwindet Emanuela Orlandi, die Tochter eines Vatikan-Mitarbeiters, spurlos. Viele Jahre wird nach dem damals 15-jährigen Mädchen gesucht, bald ranken sich Verschwörungstheorien um ihr Verschwinden. Jetzt ist klar: Der Vatikan wird das Schicksal Orlandis nicht aufklären.

Der Vatikan beendet die Ermittlungen zu dem mysteriösen Verschwinden eines Mädchens vor 37 Jahren. Der Fall zu Emanuela Orlandi werde zu den Akten gelegt, teilte der Kirchenstaat mit. Die damals 15-jährige Tochter eines Vatikan-Dieners kam 1983 nach dem Besuch einer Musikschule nicht mehr nach Hause. Was mit ihr geschah, ist unklar. Seitdem ranken sich Verschwörungstheorien um den Fall.

Der Vatikan hatte Mitte Juli vergangenen Jahres die Gräber zweier adeliger Frauen auf dem deutschen Pilgerfriedhof Campo Santo Teutonico öffnen lassen: Von Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). "Es ist ein neues Kapitel", sagte Emanuelas Bruder, Pietro Orlandi, damals. "36 Jahre lang gab es im Vatikan keinerlei Kooperation." Die Zustimmung zur Öffnung der Gräber interpretierte er als Eingeständnis einer "internen Verantwortung" des Vatikans.

Beide Gräber leer

Doch überraschenderweise waren die beiden Gräber komplett leer. Die beiden Gräber auf dem kleinen deutschen Friedhof waren ins Visier geraten, nachdem die Familie Orlandi einen anonymen Hinweis auf ein Grab mit einem Engel bekommen hatte - das von Sophie von Hohenlohe.

Wenig später wurden Beinhäuser mit Knochenresten auf dem Friedhof entdeckt, auf dem Geistliche und Adelige aus dem deutschsprachigen Raum und Flandern bestattet sind. Die Suche nach Spuren von Emanuela Orlandi blieb jedoch erfolglos. Die gefundenen Knochen oder Knochenteile stammten alle aus der Zeit vor dem Verschwinden Orlandis, die jüngsten datierten 100 Jahre zurück, teilte der Vatikan nun mit. Der Familie des Mädchens stehe es jedoch frei, eigene Ermittlungen zu den Knochenfunden weiterzuführen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa