Party in Ägypten verbotenMann verkündet "Epstein-Abend" und wird festgenommen

Mehr als 1000 junge Frauen und Mädchen soll Epstein sexuell missbraucht und Komplizen zugeführt haben. Ein Veranstalter in Kairo nutzt die Aufmerksamkeit auf den Fall und nutzt den Namen für eine Party. Die Polizei greift gegen den geschmacklosen Witz durch.
Enthüllungen rund um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beherrschen derzeit die Schlagzeilen, von dieser Aufmerksamkeit wollte offenbar auch ein Veranstalter in Kairo mit der Ankündigung eines "Epstein-Abends" profitieren. Die Feier mit freiem Eintritt für Frauen war für Dienstagabend in einem Club geplant, wurde aber untersagt. Der Organisator wurde festgenommen. Er habe dafür nicht die nötigen Genehmigungen der zuständigen Behörden erhalten, teilte das ägyptische Innenministerium mit.
Das Vorgehen der Behörden war durch eine Frau ins Rollen gebracht worden. Sie hatte sich in Online-Netzwerken darüber empört, dass eine Veranstaltung unter dem Titel "A Day on Epstein Island" (Ein Tag auf der Epstein-Insel) beworben werde. Ein DJ, der auf dem vom Innenministerium veröffentlichten Flyer zu der Party stand, versicherte, dass er mit der Veranstaltung nichts zu tun habe.
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als 1000 Kinder und junge Frauen missbraucht und teils Prominenten zugeführt haben. Viele Taten sollen er und seine Komplizen auf seiner Privatinsel Little Saint James, die sich innerhalb der US-Jungferninseln in der Karibik befinden, begangen haben.
Ermittlungsakten in großem Umfang veröffentlicht
Wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution war Epstein bereits 2008 verurteilt worden. Dabei erzielten seine Verteidiger jedoch einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft, weshalb der Investor nur eine 18-monatige Haftstrafe erhielt. Nach einer erneuten Festnahme wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen wurde Epstein im August 2019 erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Offiziellen Angaben zufolge nahm er sich das Leben.
Seither sorgt der Fall fast ununterbrochen für Spekulationen und Schlagzeilen. Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium schließlich mehr als drei Millionen weitere Ermittlungsakten und Fotos. Diese zeigen, dass zahlreiche Persönlichkeiten aus Unterhaltung, Politik und Wirtschaft in dem Missbrauchskomplex verwickelt sind. Einige mussten zurücktreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein oder Details dazu bekannt geworden waren.