Panorama

Am Rande des AfD-Parteitags Vermummte attackieren Taxi-Fahrgäste

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Das Opfer hörte einen Knall wie aus einer Schreckschusspistole.

(Foto: dpa)

In Magdeburg wählt die AfD ihre Kandidaten für die Europawahl. Am Freitagabend kommt es in der Stadt zu einem Zwischenfall: Mehrere Vermummte attackieren ein Taxi mit mehreren Insassen. Einer von ihnen wird gefragt, ob er AfD-Mitglied ist.

Am Rande des AfD-Parteitags in Magdeburg haben Vermummte einen Taxifahrer und seine vier Fahrgäste angegriffen. Eine Polizeisprecherin schloss einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.

Ein 62 Jahre alter Fahrgast wurde nach Polizeiangaben kurz nach dem Aussteigen vor einem Hotel am späten Freitagabend von acht bis zehn Vermummten bedroht. Die Baseballschläger tragenden Angreifer sollen ihn gefragt haben, ob er AfD-Mitglied sei. Einer soll ihn getreten haben. Verletzt wurde der Fahrgast dabei nicht.

Das Opfer stieg der Schilderung zufolge daraufhin in das Taxi zurück. Anschließend sollen die Angreifer die Heckscheibe des Taxis zerstört haben. Außerdem soll es einen Knall wie aus einer Schreckschusspistole gegeben haben. Verletzt wurde niemand. Die Angreifer flohen. Konkrete Angaben zu den Tatverdächtigen konnte laut Polizei keiner der Fahrzeuginsassen machen. Alle Personen waren demnach dunkel bekleidet und vermummt.

Am Freitag hatte die Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg begonnen. Bis Sonntag wollen die Delegierten die Kandidaten für die Europawahl im kommenden Mai bestimmen. In dem Hotel, vor dem es zu dem Angriff kam, waren laut Polizei möglicherweise AfD-Mitglieder untergekommen.

Am Rande des AfD-Parteitags kamen derweil mehrere Hundert Menschen zu einer Demonstration zusammen. Die Kundgebung stand unter dem Motto "#ausgehetzt! Für ein solidarisches Europa". Die Polizei schätzte die Anzahl der Teilnehmer zum Auftakt auf rund 350, die Veranstalter sprachen von etwa 500 Demonstranten.

Die Teilnehmer wollen mit ihrer Kundgebung nach eigenen Angaben "ein starkes Zeichen für ein offenes Europa setzen". Der gesellschaftlichen Spaltung "durch rechten Populismus und Hetze gegen Minderheiten" müsse Einhalt geboten werden, hieß es in dem Aufruf. Nach einer Kundgebung am Opernplatz wollten die Demonstranten in Richtung des AfD-Parteitags ziehen. Nach Angaben der Polizei blieb zunächst alles friedlich.

Quelle: ntv.de, mli/dpa