Panorama

Im Zweiten Weltkrieg verschollen Verschwundenes U-Boot vor Japan entdeckt

1944 verschwindet die "USS Grayback" mit einer Besatzung von 80 Mann spurlos im Ostchinesischen Meer. Weil japanische Aufzeichnungen zum Untergangsort falsch übersetzt werden, bleibt das US-U-Boot jahrzehntelang verschollen - bis jetzt.

Rund 75 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden eines US-Boots im Zweiten Weltkrieg hat ein privates Forscherteam aus den USA das Wrack auf dem Boden des Ostchinesischen Meeres entdeckt. Die Überreste der "USS Grayback" seien rund 80 Kilometer südlich der Küste der japanischen Insel Okinawa in rund 430 Metern Tiefe gefunden worden, teilte die Gruppe Lost 52 Project am Montag in New York mit. Unbemannte Unterwasserfahrzeuge hätten bei der Entdeckung des Bootswracks am 5. Juni geholfen.

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Die "USS Grayback" war 1944 mit einer Besatzung von 80 Mann an Bord nach einem Luftangriff der Japaner verschwunden. Das Wrack war demnach zunächst nicht gefunden worden - auch weil die japanischen Aufzeichnungen zum Untergangsort des U-Bootes falsch übersetzt worden waren. Nach der Sichtung militärischer Aufzeichnungen mit den richtigen Koordinaten konnten die Projektmitglieder das Wrack schließlich finden - etwa 180 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem das U-Boot ursprünglich vermutet worden war. Die US-Marine hatte den Fund bereits am Sonntag bestätigt.

"Mischung aus Schock und Trauer"

Die Angehörigen der 80 Besatzungsmitglieder seien informiert worden, hieß es. Eine Angehörige, deren Onkel an Bord der "USS Grayback" starb, reagierte mit einer "Mischung aus Schock, Unglauben, Betrübnis und Trauer", wie Gloria Hurney der CNN sagte. "Die Entdeckung beantwortet die Fragen rund um den Untergang. Ich glaube, das wird es Angehörigen der Besatzung erlauben, mit der Sache abzuschließen."

Das U-Boot der Vereinigten Staaten war am 28. Januar 1944 von Pearl Harbor aus in See gestochen. Am 19. Februar meldete es, dass es zwei japanische Frachtschiffe versenkt hatte - aber seither aber nur noch zwei Torpedos besitze. Die "USS Grayback" wurde daraufhin zurück in den Heimathafen zurückgerufen, wo es eigentlich am 7. März hätte eintreffen sollen. Als am 30. März noch immer kein Kontakt zu dem U-Boot aufgenommen werden konnte, wurde es schließlich als vermisst gemeldet. Erst später stellte sich heraus, dass es wohl bei einem japanischen Luftangriff versenkt worden war.

Die USA waren im Dezember 1941 nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Zweiten Weltkrieg eingetreten. Sie kämpften als Teil der Alliierten gegen die sogenannten Achsenmächte Deutsches Reich, Italien und Japan.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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