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Die Kippa gilt als Symbol jüdischen Glaubens.
Die Kippa gilt als Symbol jüdischen Glaubens.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 18. April 2018

Attacke mit Gürtel: Video zeigt antisemitischen Angriff in Berlin

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg greifen drei Unbekannte zwei junge Kippa tragende Männer an. Ein Opfer filmt die Attacke. Die Angreifer können unerkannt fliehen. Eine Passantin verhindert offenbar Schlimmeres. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Drei bislang unbekannte Männer haben in Berlin zwei Kippa tragende Männer, 21 und 24 Jahre alt, angegriffen und antisemitisch beschimpft. Der jüngere der beiden Angegriffenen wurde laut Polizei leicht verletzt. Ein Video der Tat im Stadtteil Prenzlauer Berg, das der Betroffene in einer Facebook-Gruppe teilte, zeigt, wie der mutmaßliche Täter mit einem Gürtel auf das filmende Opfer einschlägt und ihn wiederholt auf Arabisch als Jude bezeichnet. Das Video beginnt erst mit dem Schlag. Ein anderer Mann zieht ihn schließlich weg. Das Trio konnte flüchten.

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Als der 21-Jährige seine Angreifer verfolgte, versuchte einer von ihnen laut Polizei, mit einer Glasflasche auf ihn einzuschlagen. Eine Zeugin sei dazwischengegangen und habe weitere Schläge des Täters verhindert.

Das jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) veröffentlichte das Video am Dienstagabend auf seiner Seite. Der Angreifer wurde im Nachhinein unkenntlich gemacht. Die Polizei bestätigte dem JFDA den Vorfall und habe die Ermittlungen aufgenommen.

In einer Mitteilung sagte der JFDA-Sprecher: "Es ist unerträglich anzusehen, dass ein junger jüdischer Mann auf offener Straße im gut situierten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg angegriffen wird, weil er sich als Jude zu erkennen gibt." Das zeige, dass jüdische Menschen auch dort nicht sicher und nun Politik und Zivilgesellschaft gefragt seien. "Wir brauchen keine Sonntagsreden mehr, sondern es muss gehandelt werden."

"Die Betroffenen werden derzeit befragt", zitiert die "Berliner Morgenpost" einen Polizeisprecher. Der Staatsschutz versuche jetzt, die Täter zu ermitteln. Sollten diese Ermittlungen erfolglos bleiben, könne mit dem Videomaterial auf Anordnung eines Richters auch öffentlich nach den Angreifern gefahndet werden, so der Sprecher.

Quelle: n-tv.de