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Polizei kann nicht alle stellen Vier Männer verletzten CSD-Besucher in Halle schwer

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Demonstrieren gegen Diskriminierung: Teilnehmer des CSD in Erfurt. Bei der Veranstaltung in Halle kam es nun zu Gewalt.

Demonstrieren gegen Diskriminierung: Teilnehmer des CSD in Erfurt. Bei der Veranstaltung in Halle kam es nun zu Gewalt.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Nach der Christopher-Street-Day-Parade in Halle werden mehrere Teilnehmer von vier Männern attackiert. Eine 41-jährige Person muss wegen schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Zwei der mutmaßlichen Angreifer werden noch vor Ort gestellt. Sie sind laut Polizei noch sehr jung.

Bei einem tätlichen Angriff auf vier Teilnehmer des Christopher Street Days (CSD) in Halle ist ein Mensch schwer verletzt worden. Die Teilnehmer seien nach der Veranstaltung am Vorabend zunächst beleidigt und dann von vier Männern mit Tritten und Schlägen attackiert worden, teilte die Polizei in Halle mit. Die schwer verletzte Person sei 41 Jahre alt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden. Die übrigen drei Personen seien bei dem Angriff im Zentrum von Halle leicht verletzt worden, heißt es.

Rettungskräfte behandelten die Leichtverletzten demnach noch vor Ort. Einsatzkräfte der Polizei hatten nach dem Angriff zwei der vier mutmaßlichen Angreifer stellen können, erklärte die Polizei. Sie seien 16 und 20 Jahre alt. Gegen sie seien Ermittlungen aufgenommen worden. Laut "Bild"-Zeitung handelt es sich um Afghanen.

Schon während der nach Polizeiangaben weitgehend friedlichen Veranstaltung kam es am Rande immer wieder zu wechselseitigen Beleidigungen von Teilnehmern der Parade und Gegendemonstranten. Die verzeichneten Beleidigungen richteten sich demnach überwiegend gegen eine Veranstaltung der Gegendemonstranten. Angaben dazu, wie viele Gegendemonstranten insgesamt gekommen waren, machte die Polizei nicht.

Im August hatte es beim ersten Christopher Street Day (CSD) in Weißenfels im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt Störungen durch mutmaßlich Rechtsextreme gegeben. Dabei soll auch der Hitlergruß gezeigt worden sein. Der Staatsschutz ermittelt.

Mit dem CSD hatten sich am Samstag in Halle Tausende Menschen für die Rechte von homosexuellen und queeren Menschen eingesetzt. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Die Polizei sprach in der Spitze von rund 2800 Teilnehmern, die Veranstalter gingen von einer deutlich höheren Zahl - 4000 Teilnehmer - aus.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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