Panorama

Die Wetterwoche im Schnellcheck Von Eiszeit bis Vorfrühling: Tage der Extreme

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Eisflächen erst nach Freigabe betreten! Bei stehenden Gewässern muss die Eisdecke dafür 15 Zentimeter dick sein.

(Foto: imago/Rene Traut)

Erst wird Mitteleuropa zum Gefrierschrank, dann aber weht am Oberrhein auch schon ein Hauch von Frühling. Von gefühlten minus 30 bis plus 14 Grad ist in diesen Tagen in Deutschland alles dabei. Details zur Wetterwoche von n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Die Eiszeit in Deutschland erreicht in der ersten Wochenhälfte den Höhepunkt: Der Ostwind und die Nächte sind extrem eisig, tagsüber dominiert mehrheitlich der Dauerfrost, und noch dazu drohen stellenweise Schneeschauer mit der Gefahr von Verwehungen. Kurzum: Die kälteste aller Luftmassen aus dem tiefsten Sibirien und damit aus den arktischen Breiten verwandelt Mitteleuropa zum Gefrierschrank.

Natürlich wird sich das auch an den Gewässern mehr und mehr zeigen, denn die Tendenz zur Vereisung bleibt bestehen. Ein durchaus verlockendes, aber ebenso gefährliches Szenario: Selbstversuche zur Tragfähigkeit der Eisflächen können tödlich enden. Daher unbedingt warten, bis die Gewässer mit ihren Eisflächen freigegeben werden. Das passiert, wenn die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter bei stehenden Gewässern oder 25 Zentimeter bei fließenden Gewässern erreicht hat.

Viel Zeit zum Erstarren bleibt den Gewässern nach jetzigem Stand aber eigentlich nicht. Pünktlich mit dem meteorologischen Frühlingsbeginn am Donnerstag, dem 1. März, basteln einige Computermodelle an einer Umstellung der Großwetterlage mit einer spürbaren Milderung. Bereits am Wochenende könnte es am Oberrhein schon wieder für Temperaturen von 10 bis 14 Grad mit entsprechenden Vorfrühlingsgefühlen reichen, während weiter nordwärts der Winter zäher sein dürfte.

Nacht zum Montag

Eine Winternacht par excellence. Denn unter den längeren Aufklarungen, die es besonders im Süden und Südosten gibt, rasseln die Temperaturen häufig auf minus 9 bis minus 20 Grad hinab. Ansonsten werden es oft minus 5 bis minus 10 Grad. Außerdem ziehen von Nordosten Schneeschauer durch, die in der Nordhälfte gelegentlich auch mal kräftiger ausfallen und von Schneeverwehungen begleitet sein können. Die stärksten Schneeschauer dürfte es von Vorpommern bis hinüber nach Schleswig-Holstein und hinunter nach Niedersachen und Sachsen-Anhalt geben.

Abgerundet wird dieses hochwinterliche Bild vom weiterhin böigen Ost- bis Nordostwind. Der sorgt am Ende der Nacht, wenn es morgens viele von uns wieder an die Bushaltestellen und Bahnhöfe zieht, für gefühlte Temperaturen, die sich verbreitet um die minus 10 bis minus 20 Grad bewegen; in exponierten Lagen auch unter minus 20 bis in den Bereich von minus 30 Grad.

Montag

Besonders von der Ostsee her sind weiterhin stärkere Schneeladungen mit Schneeverwehungen zu erwarten. Aber auch im übrigen Land kann es da und dort etwas Schnee geben, denn insgesamt wird es wechselhafter mit mehr Wolken als am Wochenende. Unverändert bleibt hingegen das Feeling auf unseren Straßen und Wegen. Es weht ein klirrend kalter Wind aus nordöstlichen Richtungen, der dazu führt, dass sich die dauerfrostigen Werte nochmals kälter anfühlen. Das wäre doch eigentlich gar nicht nötig, denn auch die zu messenden Tageshöchsttemperaturen sind schon durchaus beindruckend mit minus 12 Grad im Alpenvorland, minus 10 Grad am Erzgebirge, minus 7 Grad in München, minus 3 Grad in Berlin oder Freiburg und 0 Grad in den tieferen Lagen im Westen und Nordwesten.

Dienstag

n-tv Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

In der nordöstlichen und mitunter kräftigen Grundströmung ziehen weitere Schneeschauer übers Land. Die stärksten Intensitäten dürfte es nach wie vor direkt von der Ostsee geben, wo nebenher weiterhin Verwehungen mit entsprechenden Behinderungen drohen. Am ehesten freundlich und trocken geht es im Südosten durch den Tag. Dazu ist es am Morgen abermals klirrend kalt, und auch tagsüber klettern die Temperaturen nicht über minus 10 bis 0 Grad.

Mittwoch

Die Sonne erkämpft sich wieder mehr Anteile am Himmel. Aber auch das Thema Schneeschauer können wir nicht ganz ad acta legen. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern könnte sich die Lage zuspitzen. Denn je nach Wettermodell könnten bis dahin zum Teil über 30 Zentimeter Schnee mit deutlich höheren Verwehungen zusammengekommen sein. Kaum Veränderungen gibt es derweil bei den Temperaturen: Morgens wird es extrem eisig, tagsüber maximal minus 10 bis 0 Grad.

Donnerstag

Der Start in den Tag wird sicherlich noch einmal bitterkalte Temperaturen bringen. Aber tagsüber ist es schon mal etwas weniger eisig bei Tageshöchstwerten zwischen minus 8 und plus 2 Grad. Und auch der Schneenachschub von der Ostsee könnte allmählich nachlassen. Dafür naht im Südwesten neues Ungemach. Denn mit der anstehenden Umstellung der Wetterlage könnten sich dort Schneefälle mit entsprechender Glätte breit machen.

Freitag und am Wochenende

Es deutet sich eine Grenzwetterlage an. Die Südwesthälfte bekommt schrittweise Nachschub an milderer Luft, die am Oberrhein die Werte bis zum Sonntag bis auf 14 Grad treiben könnte. Unterdessen hat es diese extreme Milderung weiter nordwärts deutlich schwerer. Dort dürfte es mit Werten um den Gefrierpunkt eher winterlich bis spätwinterlich weitergehen, wenn auch nicht mehr so extrem kalt wie zuvor. Zwischen den Wetterextremen ist auch die Gefahr von Glätte durch gefrierenden Regen mit Glatteis oder Schnee nicht auszuschließen. Für genaue Prognosen ist es momentan auf jeden Fall noch viel zu früh. Fakt ist aber: Aufgrund der extrem kalten Vorwitterung ist auch eine extreme Glättelage denkbar.

Quelle: n-tv.de

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