Panorama

Grüne erheben schwere Vorwürfe Vorpommern-Landkreis soll Corona-Zahlen manipulieren

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Im Landkreis Vorpommern-Greifswald soll die Inzidenz deutlich höher liegen als angegeben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald soll seine Corona-Werte verzögert einreichen, um nicht als Hochrisikogebiet zu gelten. Das zumindest behauptet der Kreisverband der Grünen unter Berufung auf Datenspezialisten. Die Landesregierung will die Vorwürfe nun untersuchen.

Der Kreisverband der Grünen im Landkreis Vorpommern-Greifswald beschuldigt die dortige Verwaltung, die Zahl der neuen Corona-Infektionen systematisch zu spät zu melden, um damit Schulen und Kitas zu öffnen sowie im Einzelhandel Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu erreichen. Das berichtet die "Ostsee-Zeitung." Demnach fordern die Grünen eine Untersuchung und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Mecklenburg-Vorpommers Gesundheitsminister Harry Glawe von der CDU will den Vorwürfen nun nachgehen.

Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Kreisvorsitzende der Grünen, Hannes Damm, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis am 25. März, nicht wie angegeben bei 118, sondern bei über 200 gelegen habe. Das entspreche einer Abweichung von 74 Prozent. Damit würde der Landkreis als Hochrisikogebiet gelten, was Schulschließungen nach sich ziehen würde. Die Inzidenz für Mecklenburg-Vorpommern habe am selben Tag 112,2 betragen, ergänzt Damm. Durch die falschen Zahlen aus Vorpommern-Greifswald sei aber nur eine Inzidenz von 94,9 gemeldet worden.

Damm, der selbst Physiker ist, beruft sich laut "Ostsee-Zeitung" bei seinen Zahlen auf ein Wissenschaftler-Team, dem er selbst angehört. Bereits seit Februar stelle die Gruppe immer wieder größere Abweichungen fest. Durch den dauerhaften Meldeverzug gebe es zwischen der tatsächlichen Inzidenz und der Zahl der gemeldeten Fälle mittlerweile eine Abweichung von 170 Prozent.

In den Infografiken von ntv.de wird Vorpommern-Greifswald aufgrund der Fallzahlen, die der Landkreis meldet, aktuell mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von nur 63,2 ausgewiesen. Für Mecklenburg-Vorpommern ergibt sich mit Stand 2. April aus den Daten eine Inzidenz von 89,9.

Der Landkreis dementierte gegenüber der "Ostsee-Zeitung" die Vorwürfe, stellte aber klar, dass man ebenfalls Abweichungen bei den Zahlen bemerkt habe. In den Fokus der nun angekündigten Untersuchung gerät auch Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Michael Sack. Der 48-Jährige ist Landrat in Vorpommern-Greifswald.

Quelle: ntv.de, jpe

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