Panorama

Sind genesene Patienten immun? WHO warnt vor Corona-Trugschluss

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Regieren viele Tests auf Sars oder Mers, statt auf das Coronavirus?

(Foto: picture alliance/dpa)

Damit möglichst viele Menschen wieder uneingeschränkt reisen und arbeiten können, wollen einige Regierungen genesenen Patienten sogenannte Immunitäts-Ausweise ausstellen. Laut Weltgesundheitsorganisation ist dies ein großer Fehler mit weitreichenden Folgen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Staaten davor gewarnt, sich bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf die Immunität von genesenen Covid-Patienten zu verlassen. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass diejenigen, die eine Ansteckung überstanden und Antikörper gebildet hätten, vor einer zweiten Ansteckung geschützt seien, sagen die Gesundheitsexperten.

Einige Regierung hatten vorgeschlagen, Personen mit Corona-Antikörpern im Blut sogenannte "Immunitäts-Ausweise" oder Ungefährlichkeitsbescheinigungen auszustellen, mit denen diese dann wieder ohne Einschränkungen reisen oder arbeiten könnten. "Diese Praxis könnte tatsächlich das Risiko einer weiteren Ausbreitung erhöhen", warnt die WHO. Chile hatte in der vergangenen Woche angekündigt, genesenen Patienten "Gesundheitpässe" auszustellen und sie wieder zur Arbeit zu schicken.

Laut der "Welt" könnten viele Corona-Tests nicht sicher bestätigen, ob jemand immun gegen Covid-19 ist.Es gebe "aktuell keinen Beweis, dass Menschen, die sich von Covid-19 erholt haben und die Antikörper haben, vor einer zweiten Infektion geschützt sind", erklärte die Weltgesundheitsorganisation in Genf. Oft reagierten Tests auch auf ähnliche Viren.

Tests sind noch nicht ausgereift

Die aktuell verwendeten serologischen Tests müssten "eine zusätzliche Freigabe durchlaufen, um ihre Genauigkeit und ihre Zuverlässigkeit zu bestimmen". Sie müssten es vor allem ermöglichen, die Immunantwort auf das neuartige Coronavirus von den Antikörpern zu unterscheiden, die bei einer Infektion mit einem anderen der bislang sechs Coronaviren gebildet würden. Vier davon seien stark verbreitet und verursachten leichten Husten. Die beiden anderen lösen die Atemweginfektionen Sars und Mers aus.

"Menschen, die mit dem einen oder anderen dieser Viren infiziert sind, könnten Antikörper bilden, die mit den Antikörpern interagieren, die bei einer Infektion mit dem Sars-CoV-2 gebildet werden", erläuterte die WHO. Es sei daher zwingend erforderlich, dies erkennen und unterscheiden zu können.

Quelle: ntv.de, can/rts/AFP