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"Ist sehr, sehr beschwerlich"Wal "freigespült" - aber Transport verzögert sich

18.04.2026, 18:57 Uhr
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Ein Arbeitsponton mit einem speziellen Bagger und kleinere Begleitboote sind in der Nähe des gestrandeten Buckelwals vor der Insel Poel im Einsatz. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine private Initiative will den vor Wismar gestrandeten Wal mithilfe von Luftkissen in die Nordsee schleppen. Was schon für Freitag geplant war, zieht sich in die Länge. Eine Tierärztin prognostiziert dem Tier trotzdem "eine reelle Chance".

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal wird zunächst weiter in der Bucht vor der Insel Poel ausharren müssen. "Heute wird er nicht mehr transportiert, das können wir sagen", sagte die an dem privaten Rettungsversuch beteiligte Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert bei einer Pressekonferenz im Hafen von Kirchdorf. Über den konkreten Zeitplan der Aktion des Wals wollte die Medizinerin aus Föhr zunächst nichts sagen. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle. Intern gebe es durchaus einen Zeitplan. "Wir sind jetzt gut dabei", sagte Bahr-van Gemmert.

Das Team gebe jetzt alles für den Wal. Sie gestand aber auch ein: "Wir wären gerne noch schneller." Die Tierärztin und die anderen Experten im Team seien davon überzeugt, dass die Rettungsaktion die beste Lösung ist für den Wal. Es bestehe "eine reelle Chance (..), dass er das gut schafft".

Seit drei Tagen laufen die Arbeiten einer privaten Initiative, die das Tier lebend zurück ins offene Meer transportieren möchte. Das Tier liegt seit 19 Tagen in der Wismarbucht. Von einem Schwimmbagger aus wurde laut Bahr van Gemmert mit Hilfe einer Pumpe der Sand unter dem Meeressäuger weggespült, um das Tier anschließend anheben und abschleppen zu können. Eigentlich hätte der Abtransport des Wals in Richtung Nordsee bereits am Freitag beginnen sollen. Auflagen der Behörden hatten nach Angaben der privaten Rettungsinitiative die Aktion aber verzögert.

Der Wal lag am Nachmittag mit Tüchern bedeckt im hüfthohen Wasser vor der Insel Poel, wie auf Livestreams zu sehen war. Immer wieder stieg sein Blas in die Luft. Mit einigen Metern Abstand arbeiteten Helfer an dem Schwimmbagger, dabei kamen nach NDR-Informationen auch Taucher zum Einsatz. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus sagte dem Sender, der Wal sei am Nachmittag am Maul untersucht worden. Dabei sei ein Endoskop zum Einsatz gekommen. Die Untersuchung habe jedoch abgebrochen werden müssen. Es solle aber ein neuer Versuch unternommen werden. Der Buckelwal hat Reste eines Fischernetzes im Maul, die bislang nur teilweise entfernt werden konnten.

Backhaus: Keine Genehmigung, aber Duldung

Hinter der Initiative zur Rettung des Buckelwals steht neben der Unternehmerin Karin Walter-Mommert auch der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz. Walter-Mommert warf den Behörden vor, die Aktion mit immer neuen Auflagen zu behindern. Ihnen würden "ständig neue Steine in den Weg gelegt", sagte die Sprecherin der Initiative. So würden immer neue Genehmigungen etwa für an der Aktion beteiligte Ärzte angefordert. Dadurch gehe der Initiative wertvolle Zeit verloren. "Es ist sehr, sehr beschwerlich."

Umweltminister Backhaus hatte am Freitag klargestellt, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt habe, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Die Aktion werde aber geduldet. Der Wal irrt seit Anfang März vor der Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich vor rund zweieinhalb Wochen bei Poel auf Grund. Das Landesumweltministerium und von diesem hinzugezogene Fachleute kamen zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechtem Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend sei. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.

Offiziell wurden alle Rettungs- und Hilfsversuche für den Wal daher vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet. Ein Gutachten bestätigte dies später nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Rettungsinitiative vorgelegte Konzept.

Quelle: ntv.de

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