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Internationale Hilfe angefordert Waldbrände in Schweden breiten sich aus

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Die Feuer in Schweden breiten sich nach Angaben der Behörden unglaublich schnell aus.

(Foto: dpa)

Über 40 kleinere und große Brände wüten in Schweden. Viele Dörfer sind bereits evakuiert. Alleine kann das Land die Brände nicht mehr bekämpfen. Hilfe kommt - nicht nur aus den Nachbarländern.

Beißender Qualm zieht in die Häuser. Nur 20 Minuten hätten sie gehabt, um ihre Sache zu packen und den Wohnwagen anzuhängen, erzählt Evert Hansson im schwedischen Rundfunk. "Jeder im Dorf sollte weg." Wegen der Sommerhitze sind in Schweden Dutzende große Waldbrände völlig außer Kontrolle geraten. In der Nacht zum Donnerstag wurden ganze Dörfer evakuiert. Rund 40 Feuer wüten laut Notrufzentrale derzeit über das ganze Land verteilt in den Wäldern. Zwischenzeitlich waren es sogar mehr als 80 kleinere und große Brände. Das Feuer greift rasch um sich, denn in Schweden ist es sehr trocken. Seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet und Entwarnung ist nicht in Sicht. Der schwedische Wetterdienst hat für die folgenden Tage weitere Hitzewarnungen herausgegeben.

Das Dorf Kårböle etwa 380 Kilometer nördlich von Stockholm ist inzwischen auf drei Seiten von Flammen eingeschlossen. Innerhalb weniger Stunden hatte sich das brennende Gebiet am Mittwochabend verdoppelt, wie ein Rettungsdienst-Sprecher der Zeitung "Aftonbladet" sagte. Daraufhin habe man die Bewohner in Sicherheit gebracht. Ein anderer Brand etwa 100 Kilometer weiter südlich ist seit Mittwochnachmittag auf das Vierfache gewachsen.

Unglaublich schnell habe sich das Feuer ausgebreitet, berichtet auch Evert Hansson. "In nur ein paar Stunden standen große Teile des Waldes in Flammen." Er und seine Frau geben sich stark, doch die Sorge ist ihnen anzusehen. "Man weiß nicht, was passiert und wie es jetzt zu Hause aussieht", sagt Hansson.

Hilfe aus anderen Ländern

Die schwedischen Behörden haben um Hilfe aus anderen Ländern gebeten. Italien und Frankreich schickten Löschflugzeuge, Norwegen stellte Helikopter bereit. Es seien so viele Feuerwehrleute mitgekommen, dass die Spezialflugzeuge von Sonnenauf- bis -untergang im Einsatz seien könnten, sagte ein italienischer Pilot dem Fernsehsender SVT. Im Tiefflug schießen die gelben Flieger nun über die schwedischen Seen, laden sich beim Überflug den Bauch voll Wasser. 6000 Liter fassen die Tanks, die dann über den per Drohne identifizierten Brandherden abgelassen werden.

Die ungewöhnliche Sommerhitze bereitet nicht nur in Schwedens Wäldern Probleme. Auch in Norwegen und Finnland brennt es. Auf einem schwedischen Truppenübungsplatz etwa 50 Kilometer entfernt von der Grenze zu Norwegen wurde es wegen der Brände in der Umgebung sogar so heiß, dass eine Granate unkontrolliert explodierte. Die Waldbrände setzen zunehmend auch die schwedische Regierung unter Druck.

Keine eigenen Löschflugzeuge

Die konservative Oppositionspartei Kristdemokraten kritisierte, Schweden bestehe zu 70 Prozent aus Wald, habe aber keine eigenen Löschflugzeuge. Löfven betonte, wichtig sei nicht, wer das Flugzeug besitze, sondern dass Schweden im Notfall darauf zurückgreifen könne. "Lasst uns diese Diskussion später führen, wir werden das gründlich auswerten. Jetzt liegt mein Fokus darauf, diese Brände hier und jetzt zu löschen", bat er.  Wegen der anhaltenden Hitze könnte sich die Situation allerdings noch zuspitzen.

Die Bewohner, die ihre Häuser verlassen mussten, sind auf das Schlimmste eingestellt. "Man weiß ja nicht, was kommt, ob das Haus abbrennt", sagte Sune Larsson aus Kårböle dem schwedischen Radio. Was er von zu Hause mitnahm: Fotoalben. Um sich etwas daran festzuhalten, wie es früher aussah.

Quelle: n-tv.de, Theresa Münch, dp

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