Panorama

Mann zündete trockenes Gras an Waldbrand bei Tschernobyl breitet sich aus

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Der Verursacher des Waldbrands wurde festgenommen.

(Foto: dpa)

Seit dem Wochenende brennt in der Sperrzone rund um Tschernobyl der Wald - mittlerweile hat sich die Fläche des Brandes verdreifacht. Ob dabei erhöhte Radioaktivität freigesetzt wird, ist unklar.

Der Waldbrand in der Sperrzone rund um das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl breitet sich weiter aus. Angefacht durch starken Wind wüte das Feuer nun auf einer Fläche von 35 Hektar, teilten die Behörden mit. Seit dem Ausbruch am Wochenende hat sich die Fläche des Brandgebiets somit verdreifacht. Die Feuerwehr bekämpft den Brand mit hundert Einsatzkräften am Boden und aus der Luft.

Die radioaktive Strahlung bewegt sich nach Angaben der Rettungsdienste "im normalen Rahmen". Der Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes, Jegor Firsow, hatte am Sonntag mitgeteilt, es sei infolge des Waldbrandes eine erhöhte Radioaktivität in dem Gebiet gemessen worden und dazu ein Video veröffentlicht, in dem ein Geigerzähler das 16-fache des Normalwerts anzeigte. Die ukrainische Regierung dementierte dies und Firsow zog seine Aussagen später zurück.

Umliegende Ortschaften nicht gefährdet

Am Samstag hatten die Behörden noch von "Schwierigkeiten" bei der Feuerbekämpfung wegen der erhöhten Radioaktivität in einigen Gebieten gesprochen. Umliegende Ortschaften seien jedoch nicht gefährdet. Nach Angaben der Polizei war der Brand durch einen Mann ausgelöst worden, der nahe der Sperrzone um das frühere Atomkraftwerk trockenes Gras angezündet hatte. Er wurde inzwischen festgenommen.

Nach dem Reaktorunglück vor 34 Jahren war im Radius von 30 Kilometern eine Sperrzone rund um das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks errichtet worden. Kommerzielle Landwirtschaft ist dort noch immer verboten.

Der Reaktorblock 4 des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl war am 26. April 1986 bei einem Sicherheitstest explodiert. Der GAU rund hundert Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew war der schwerste Atomunfall in der Geschichte, die Umgebung des Atomkraftwerks ist bis heute stark verstrahlt.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP