Panorama

Späte Reaktion auf Kritik Walmart schränkt Waffenverkauf in USA ein

100254043.jpg

Gleich zweimal innerhalb einer Woche war eine Walmart-Filiale Kulisse eines Schusswaffenangriffs.

(Foto: picture alliance / Erik S. Lesse)

El Paso und Southaven - gleich zwei Schusswaffenangriffe finden innerhalb einer Woche in Walmart-Filialen in den USA statt. Nach wochenlangem Hadern zieht die US-Handelskette daraus nun Konsequenzen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Konzern seinen Umgang mit Waffen ändert.

Der Einzelhandelsriese Walmart will sein Waffenangebot nach den jüngsten Massakern in den USA weiter einschränken. Der Verkauf von Munition für Handfeuerwaffen sowie von Munition, die für Sturmgewehrmagazine mit großer Kapazität genutzt werden könne, werde nach Abverkauf der Lagerbestände eingestellt, verkündete Walmart-Chef Doug McMillon.

Zudem sollen Handfeuerwaffen künftig auch in Alaska nicht mehr verkauft werden - dem einzigen US-Bundesstaat, wo Walmart dies bislang noch tut. Darüber hinaus will der Konzern nicht mehr, dass Waffen offen in seinen Geschäften getragen werden.

Walmart steht wegen seiner Waffenverkäufe seit langem in der Kritik. Vor rund einem Monat war es in einer Filiale im texanischen El Paso zu einem Massaker gekommen, bei dem 22 Menschen starben. Wenige Tage zuvor hatte es bereits zwei Tote bei Schüssen in einem Walmart in der Stadt Southaven in Mississippi gegeben.

McMillon bezeichnete die Vorfälle als "entsetzliche Ereignisse", nach denen das Unternehmen nie mehr dasselbe sein könne. "Es ist klar, dass der Status quo nicht mehr hinnehmbar ist". Künftig werde das Waffenangebot noch stärker auf Jagd- und Sportschützen-Bedarf zugeschnitten, so McMillon.

Keine Pistolen seit 1993

Im Anschluss an den Schusswaffenangriff in El Paso hatte ein Sprecher der Kette betont, dass solche Vorkommnisse kein Grund für Walmart seien, Waffen generell aus dem Sortiment zu streichen. Außerdem hieß es, die Regeln des Unternehmens für den Umgang mit Waffen gingen ohnehin über geltende US-Gesetze hinaus. So wurde demzufolge das Vorstrafenregister eines Kunden vor dem Kauf einer Waffe kontrolliert. Jeder neue Mitarbeiter wurde angeblich zusätzlich im Umgang mit Schusswaffenangriffen geschult, vier Mal im Jahr, am Computer.

Schon 1993 hatte der Handelsriese Pistolen und Revolver aus dem Sortiment genommen. Seit 2015 verkauft Walmart auch keine halbautomatischen Waffen mehr. Nach dem Schulmassaker von Parkland im Februar 2018 hob Walmart das Mindestalter für den Verkauf einer Waffe auf 21 Jahre an.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/AFP

Mehr zum Thema