Jeffrey K., 33 JahreWas ist über den Täter von Leipzig bekannt?

Am späten Montagnachmittag fährt ein Mann in Leipzig mit dem Auto in die Fußgängerzone in der Innenstadt. Er tötet zwei Menschen und verletzt viele weitere, bis er noch in seinem Auto festgenommen werden kann. Was ist über den Täter bekannt?
Was sagt die Polizei zum Täter?
Die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Polizei teilten nach dem Vorfall gemeinsam mit, dass es sich um einen 33-jährigen Mann handelt. Er sei mit einem VW Taigo durch die Grimmaische Straße in Richtung Markt gefahren und habe mehrere Menschen erfasst. Demnach ist der 33-Jährige "in Leipzig ansässig". Er sei in Deutschland geboren und "auch hier im Bereich wohnhaft", sagte der Leipziger Polizeipräsident René Demmler auf einer Pressekonferenz noch am Montagabend.
Wer ist der Mann?
Nach Informationen der "Welt" und der "Leipziger Internet Zeitung" soll es sich bei dem Tatverdächtigen um Jeffrey K. handeln. Offiziell bestätigt haben die Sicherheitsbehörden diesen Namen bisher nicht.
Was ist über Jeffrey K. bekannt?
Medieninformationen zufolge soll er zuletzt als Haustechniker gearbeitet haben. Demnach ist er verheiratet und hat ein Kind. K. habe sich mehrere Jahre als Jugendtrainer in einem Leipziger Boxklub engagiert. Als Jugendlicher hatte er wohl zeitweise Fußball gespielt und auch in dem Klub geboxt. Noch im Januar habe der Klub einen Einsteigerkurs für Erwachsene beworben, den K. gemeinsam mit einer Kollegin immer dienstags anleiten sollte.
Lässt sich schon etwas über K.s Motive für die Amokfahrt sagen?
"Wir gehen von einer Amokfahrt aus", sagte die leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bei der Pressekonferenz. Es gebe derzeit "keinerlei Anhaltspunkte für eine andere Lesart". Der "Focus" berichtete, man habe aus Sicherheitskreisen erfahren, dass der Auslöser für die Tat ein Streit im häuslichen Umfeld gewesen sein könnte. Inzwischen bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der Tatverdächtige in diesem Jahr "bereits polizeilich wegen Bedrohung sowie ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld in Erscheinung getreten" ist. Es habe am 17. April einen Polizeieinsatz nach einem Anruf des 33-Jährigen gegeben. Wegen "seines psychischen Zustandes und mit seiner Zustimmung" sei er daraufhin in einem Fachkrankenhaus aufgenommen und dort bis zum 29. April 2026 behandelt worden. Inwieweit es einen Zusammenhang mit der Amokfahrt gibt, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Der Mann hat laut Polizei und Staatsanwaltschaft keine Vorstrafen oder anhängige Ermittlungsverfahren. Auf die Frage nach einer möglichen psychischen Auffälligkeit des Täters sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster, dies werde geprüft.
Was ist von Informationen zu halten, bei dem Täter handele es sich um einen Mann afghanischer Abstammung?
In sozialen Medien kursierte nach der Tat die Aussage eines angeblich französischen Senders, es handele sich um einen Mann afghanischer Abstammung. Prüfungen ergaben aber, dass es diesen Sender in der kolportierten Form nicht gibt. Die Polizei sagte später, dass der Tatverdächtige Deutscher ist.
Was hat es mit dem Video von der Festnahme auf sich?
Online kursiert ein Video, das den Moment der Festnahme zeigen soll. Dort sei von dem von einem Polizisten am Boden fixierten Mann zu hören: "Mach, dass es aufhört". Die Polizei hatte betont, dass die Festnahme widerstandslos erfolgt ist. Offiziell bestätigt ist die Echtheit des Videos aber nicht.
Wie geht es jetzt weiter?
Der mutmaßliche Amokfahrer soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Gegen den Mann wird wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs ermittelt. Die kriminalpolizeilichen Maßnahmen am Tatort werden vermutlich heute beendet. Die Polizei schaltete ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon frei. Dort können Zeuginnen und Zeugen unter anderem Fotos und Videos hochladen oder Hinweise zum Tathergang geben.