Panorama

Fünf Tote in Kongsberg Was über den Amoklauf bekannt ist und was nicht

Die norwegische Kleinstadt Kongsberg wird Schauplatz eines Amoklaufs. Mehr als eine halbe Stunde lang zieht ein Mann durch den Ort und tötet Menschen mit Pfeil und Bogen. Stunden danach ist noch vieles in dem Fall rätselhaft. Fragen und Antworten zu der Bluttat.

Wer ist der mutmaßliche Täter von Kongsberg?

Der norwegischen Polizei zufolge handelt es sich bei ihm um einen 37-jährigen Dänen. Der Mann lebt demnach seit Längerem in der Kleinstadt in Südnorwegen. Er soll im Lauf des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Behörden hätten sich dazu entschieden, erste Informationen zu dem Tatverdächtigen zu veröffentlichen, um Gerüchten in Online-Netzwerken zu begegnen, hieß es in der Erklärung der Polizei. Von den verbreiteten Falschinformationen seien bereits mehrere Menschen betroffen gewesen, die nichts mit der Tat zu tun gehabt hätten.

Was weiß man bereits über die Tat?

Am Mittwoch um 18.13 Uhr erhielt die örtliche Polizei mehrere Nachrichten, dass im Zentrum von Kongsberg ein Mann mit Pfeil und Bogen schießt. Laut Berichten örtlicher Medien wurde der erste Angriff aus einem kleinen Supermarkt gemeldet. Von dort aus bewegte sich der Mann im Zentrum von Kongsberg, daher gibt es laut Polizei mehrere Tatorte. Dabei kam es offenbar zu einer Konfrontation mit dem Täter, doch er konnte fliehen und die Polizei verlor den Kontakt zu ihm. Um 18.47 Uhr wurde der mutmaßliche Täter schließlich festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die Polizei bestätigt später, dass der Angeklagte neben Pfeil und Bogen auch andere Waffen benutzt hat. Um welche Waffen es sich handelt, ist noch nicht bekannt.

Wer sind die Getöteten und Verletzten?

Am späten Abend bestätigte Øyvind Aas, der Leiter der Polizeieinsatzeinheit in Buskerud, dass es fünf Tote und zwei Verletzte gibt. Über die Identität der Toten machte er auf der Pressekonferenz keine Angaben. Bei einem der Verletzten handelt es sich um einen Polizisten, der sich zufällig in dem Laden aufhielt, wo es den vermutlich ersten Angriff gab. Aas zufolge werden die beiden Verletzten auf der Intensivstation behandelt. Ihr Zustand sei ernst, aber nicht lebensbedrohlich.

Hat sich der Mann zu der Tat geäußert?

Offenbar spricht der Mann, der nach seiner Verhaftung in eine Polizeidienststelle in der Nachbarstadt Drammen gebracht wurde, mit den Behörden. Dies bestätigt die Staatsanwältin Ann Irén Svane Mathiassen gegenüber TV 2. Demnach hat er die Taten gestanden. Zu seinem Verteidiger wurde der Anwalt Fredrik Neumann erklärt. Er sagte der Zeitung "Verdens Gang", sein Mandant kooperiere mit der Polizei und haben den Vorfall ausführlich erklärt. Einzelheiten dieser Aussage sind bisher nicht bekannt.

Gibt es schon Ansatzpunkte zum Tatmotiv des Mannes?

Noch ist sein Motiv unklar. Die Polizei geht davon aus, dass er allein gehandelt hat und schließt auch terroristische Motive nicht aus. Auf der nächtlichen Pressekonferenz wurde jedoch darauf verwiesen, dass die Ermittlungen noch in einem sehr frühen Stadium sind. In norwegischen Medien ist davon die Rede, dass der Mann zum Islam konvertiert sein soll und eine medizinische Vorgeschichte hat. Ob das wirklich so ist und ob es einen Zusammenhang mit der Tat gibt, ist allerdings völlig offen.

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Wie hat Norwegen auf die Tat reagiert?

Unmittelbar nach den Angriffen wurde die Polizei landesweit angewiesen, Waffen zu tragen. In Norwegen sind Polizisten normalerweise unbewaffnet. Dies sei eine reine Vorsitzmaßnahme, teilte die Landespolizeidirektion mit. "Die Polizei hat bislang keinen Hinweis darauf, dass sich die nationale Gefahrenlage geändert hat."

Quelle: ntv.de, sba

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