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Tragödie in Arnstein Was wir über den Tod der Teenager wissen

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Der Fall der sechs toten Jugendlichen in Arnstein ist gelöst: Sie starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

(Foto: picture alliance / Daniel Karman)

Am Sonntag findet ein Vater im unterfränkischen Arnstein seine beiden Kinder und deren Freunde tot in einem Gartenhäuschen. Was eine fröhliche Feier werden sollte, endet in einer Tragödie. Nach der Obduktion wissen die Ermittler, dass die Teenager an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben sind. Andere Fragen bleiben weiter offen. Ein Überblick:

Wie wurde der Vater auf die Leichen aufmerksam?

Seine beiden Kinder, der 19 Jahre alte Florian und die ein Jahr jüngere Rebecca, feierten gemeinsam mit vier Freunden am Samstagabend in einer abgelegenen Gartenlaube, etwas außerhalb von Arnstein, auf dem Sommerberg. Vom Ort sind es nur ein paar hundert Meter den Berg hinauf. Als sich am Morgen nach der Party niemand meldete, machte sich der besorgte Vater gegen 11 Uhr auf den Weg zur Partyhütte, die einsam auf einer Anhöhe gelegen ist und entdeckte die Leichen. Der Vater alarmierte die Rettungskräfte, die aber nur noch den Tod der jungen Menschen feststellen konnten.

Wer sind die Toten?

Bei den Toten handelt es sich um fünf junge Männer und eine Frau im Alter von 18 und 19 Jahren. Sie alle waren befreundet. Drei der Jugendlichen, darunter auch das Geschwisterpaar, stammen direkt aus Arnstein, drei aus Nachbargemeinden.

Woran starben die jungen Menschen?

Die sechs Jugendlichen starben an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Warum und wie das giftige Gas austreten konnte, wird weiterhin von der Kripo Unterfranken untersucht. In die Ermittlungen sind auch Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes mit einbezogen. Außer einem Holzofen kämen laut Polizei auch noch mehrere andere Geräte in der Hütte dafür in Frage. Eine bewusste Manipulation schließen die Ermittler aus.

Wie gehen die Ermittlungen weiter?

Es wurden "umfassende rechtsmedizinische Untersuchungen" durchgeführt. So soll das Blut der sechs verstorbenen Teenager auf "etwaige körperfremde Stoffe" untersucht werden. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, sollen Ermittler in der Gartenlaube Drogen gefunden haben. Um welche Substanzen es sich handeln soll, ist allerdings nicht bekannt. In dem Bericht heißt es weiter, dass sich die Jugendlichen bei Facebook "regelmäßig übers Kiffen" ausgetauscht haben. Die Polizei bestätigte das allerdings bislang nicht. "Die Ermittlungen dauern an. Zu etwaigen Funden in dem Gartenhaus werden derzeit keine Angaben gemacht", sagt der Staatsanwalt.

Wie gefährlich ist Kohlenstoffmonoxid?

Eine Vergiftung durch Kohlenstoffmonoxid kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Schätzungsweise erleiden jährlich 3000 Menschen in Deutschland eine Vergiftung durch das geruchlose Gas, rund 1000 von ihnen überleben die schleichende Vergiftung nicht. Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungsprozessen ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr. In der Partyhütte, in der die Teenager starben, steht ein alter Holzofen. Eventuell war dieser verstopft, so dass die Rauchgase nicht einwandfrei abziehen konnten und in den Raum gelangten. Erste Anzeichen für eine Rauchgasvergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Kohlenstoffmonoxid blockiert die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu den Zellen zu transportieren. Im Verlauf der Vergiftung kommt es zu Herzrasen und schließlich zur Bewusstlosigkeit.

Quelle: n-tv.de, dsi

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