Unglück in DiamantmineWasser bedroht eingeschlossene Kumpel

Seit fast einer Woche sind acht Bergarbeiter in einer sibirischen Diamantmine eingeschlossen. Trotz aller Rettungsversuche steigt das Wasser in den Tunneln unaufhörlich an. Die Bergbaufirma kündigt bereits Schadenersatz für die Familien an.
In Russland kämpfen Rettungskräfte um das Leben von acht eingeschlossen Bergleuten. Sie sind seit fast einer Woche in einer gefluteten sibirischen Diamantenmine gefangen. Seit dem Unglück am vergangenen Freitag steige das Wasser immer weiter und fülle die Tunnel, teilte das russische Katastrophenschutzministerium zusammen mit dem Minenbetreiber Alrosa mit. Versuche, mit den Arbeitern zu kommunizieren, waren demnach noch nicht erfolgreich.
Aus einem stillgelegten Krater mit rund 300.000 Kubikmetern Wasser waren vor sechs Tagen große Wassermassen in das Bergwerk eingedrungen, nach wie vor sickert Wasser in den Schacht ein. Die meisten der zum Unglückszeitpunkt in der Diamantenmine arbeitenden 151 Kumpel konnten lebend aus dem Schacht "Mir" gerettet werden - davon wurde einer erst am Tag nach dem Unglück unterkühlt geborgen.
Vize-Katastrophenschutzminister Wladlen Axjonow sagte, dass die "Mehrheit der Tunnel vollständig überschwemmt" sei - obwohl versucht wurde, sie auszupumpen. Axjonow betonte: "Wir arbeiten weiterhin daran, Leute zu retten. Die Situation ist sehr komplex." Laut Alrosa sollen im Rahmen eines neuen Rettungsplans jetzt große Gegenstände abgesenkt werden, um das Wasser aufzuhalten.
Ermittlungsbehörden hatten mitgeteilt, das Unglück in der Mine, die etwa 4000 Kilometer östlich von Moskau liegt, wegen möglichen Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen zu untersuchen. Alrosa versprach, den Familien der vermissten Kumpel unabhängig vom Ausgang der Rettungsaktion umgerechnet jeweils 28.491 Euro als Schadensersatz zukommen zu lassen.