Panorama

Fahndung nach Paket-Absender Weihnachtsmarkt war wohl nicht das Ziel

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Glühwein, gebrannt Mandeln und Polizisten: In Potsdam müsse sich alle erst von dem Schreck erholen.

(Foto: AP)

Zündfähig war das Paket nicht, nach dessen Fund der Potsdamer Weihnachtsmarkt geräumt wird. Doch es löst Angst vor einem erneuten Anschlag aus. Ziel war aber mutmaßlich nicht das vorweihnachtliche Treiben.

Nach dem Bombenalarm in der Potsdamer Innenstadt bezweifeln die Ermittler, dass der mögliche Anschlagsversuch dem Weihnachtsmarkt der brandenburgischen Landeshauptstadt galt. "Nach bisherigen Erkenntnissen halten es unsere Ermittler eher für unwahrscheinlich, dass der Weihnachtsmarkt Ziel war", teilte die Polizei Brandenburg auf Twitter mit. Der Weihnachtsmarkt war bei erhöhter Polizeipräsenz normal geöffnet.

Die Polizei fahndete intensiv nach dem Absender des verdächtigen Pakets, das am Freitag Potsdam in Aufruhr versetzt hatte. Nach einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" war auf dem Paket eine nicht existierende Absenderadresse in Neuruppin angegeben. "Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen", erklärte die Polizei. "Das Landeskriminalamt ermittelt wegen des Versuchs der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion." Beim Landeskriminalamt Brandenburg wurde eine 25-köpfige Ermittlergruppe gebildet.

Die Sendung wurde von einem Postzustelldienst in einer Apotheke mitten in der Potsdamer Innenstadt zugestellt, darin befanden sich eine Blechbüchse mit Nägeln, Batterien sowie Drähte und ein verdächtiges Pulver - aber wohl keine Zündvorrichtung. Experten untersuchten noch, ob es sich um einen zündfähigen Sprengsatz handelte. Sprengstoffexperten der Bundespolizei hatten das Paket zunächst unschädlich gemacht. Sie wollen es nun wieder zusammensetzen und so prüfen, ob der Inhalt hätte explodieren können.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei davon auszugehen, dass es sich um eine Bombenattrappe gehandelt habe, sagte der Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Brandenburg, Andreas Schuster, im Deutschlandfunk. "Wir wissen, im Paket befand sich ein sogenannter Polenböller, Nägel und Batterien, die theoretisch auf eine Bombe hätten schließen können, aber nach unseren bisherigen Erkenntnissen gab es keinen Zünder und es war nicht explosionsfähig."

Mehr Polizisten unterwegs

Die Sperrungen in der Potsdamer Innenstadt wurden inzwischen wieder aufgehoben. "Wir werden unser Möglichstes dafür tun, um für die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten Brandenburgs zu sorgen", erklärte die Polizei.

Nach dem Öffnen des Pakets hatte ein Apothekenmitarbeiter die Polizei alarmiert. Die Innenstadt der brandenburgischen Landeshauptstadt wurde daraufhin am Freitagnachmittag in einem Radius von 300 Metern um die Apotheke abgesperrt, auch große Teile des Weihnachtsmarktes waren davon betroffen, sagte Schuster.

In ganz Brandenburg werden die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten erhöht. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei sollen "vor allem in Potsdam" verstärkt Streife laufen, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Morgen sagte.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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