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Das Autobahnteilstück der A20 Richtung Rostock ist in den vergangenen Tagen metertief weggebrochen.
Das Autobahnteilstück der A20 Richtung Rostock ist in den vergangenen Tagen metertief weggebrochen.(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)
Mittwoch, 25. Oktober 2017

Riesenloch in der Fahrbahn: Weiterer A20-Abschnitt ist ab Freitag gesperrt

Anfang Oktober bricht auf einer Länge von etwa 100 Metern die auf Moor gebaute Fahrbahn der A20. Auf diesem Abschnitt entsteht ein riesiges Loch. Von den insgesamt vier Fahrspuren ist nur eine in Richtung Stettin frei. Doch auch sie wird ab Freitag gesperrt sein.

Auf der Ostsee-Autobahn A20 muss wegen eines riesigen Lochs in der Fahrbahn ein weiterer Abschnitt gesperrt werden. Ab Freitagmorgen werde die Strecke auch zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees für den Verkehr voll gesperrt, teilte das Infrastrukturministerium in Schwerin mit. Bislang war von den insgesamt vier Fahrspuren noch eine in Richtung Stettin frei.

"Die täglichen Messungen haben ergeben, dass auch die Fahrbahn in Richtung Stettin zunehmend von der Setzung betroffen und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr zu gewährleisten ist", sagte Manfred Rathert, Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern.

Auf der Fahrspur in Richtung Rostock war auf einer Länge von etwa 100 Metern die auf Moor gebaute Fahrbahn abgebrochen. In diesem Abschnitt ist ein riesiges Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe entstanden. Der Verkehr Richtung Rostock wird schon seit Ende September umgeleitet.

"Dieses innovative System hat nicht funktioniert"

Die A20 Lübeck-Stettin war das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10 und gilt bei Tribsees als Hauptverkehrsader in Ost-West-Richtung. Die Autobahn wurde erst 2005 fertiggestellt. Grund für die Probleme ist nach früheren Angaben von Verkehrsminister Christian Pegel, dass die Autobahn über einer sogenannten Torflinse verläuft. Diese sei beim Bau mit vielen kleinen Betonkernen stabilisiert worden. Es müsse geklärt werden, ob diese Kerne die Last nicht gehalten haben.

"Nach allem, was wir momentan annehmen müssen, hat dieses innovative System nicht funktioniert. Wir werden in der Tat diesen gesamten Bereich hochnehmen müssen, eine komplette neue, nach klassischen Grundsätzen gebaute Moorbrücke errichten müssen, die dann entsprechend auf dem Untergrund in 25 Metern Tiefe gründet und dann oben auch die Autobahn für die nächsten Jahrzehnte sicher tragen wird", sagte Christian Pegel dem "Deutschlandfunk".

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Quelle: n-tv.de